Toto-Pokal-Finale: Löwen geben sicher geglaubten Sieg aus der Hand.
Die Löwen mussten sich im Elfmeterschießen mit 2:4 den Würzburger Kickers geschlagen geben. Bis in die Nachspielzeit führten die Sechzger durch einen Treffer von Sigurd Haugen mit 1:0 (38.). In der 1. Minute der Nachspielzeit gelang Tarsis Bonga der späte Ausgleich. Im Elfmeterschießen hatten dann die Sechzger das Nachsehen.
Personal: Trainer Markus Kauczinski musste im Toto-Pokal-Finale verletzungsbedingt auf elf Spieler verzichten: Simen Voet, Jesper Verlaat, Florian Niederlechner, David Philipp, Max Reinthaler, Damjan Dordan, Philipp Maier, Kevin Volland, Tunay Deniz, Raphael Schifferl und Noah Klose. Nicht im 20er-Kader standen der dritte Torhüter Miran Qela und Finn Fuchs. Erstmals in einem Pflichtspiel nahm U19-Spieler Ludwig Estermann auf der Bank Platz.
Spielbericht: Erstmals gefährlich wurden die Löwen in der 8. Minute, doch Justin Steinkötter rutschte nach Zuspiel von Samuel Althaus links im Strafraum bei der Hereingabe der Ball über den Spann. Drei Minuten später der erste Schuss der Unterfranken. Philipp Ochs hatte fast von der rechten Grundlinie abgeschlossen, Thomas Dähne hatte mit dem Abschluss aufs kurze Eck keine Probleme (11.). Nach einer Freistoßflanke von Thore Jacobsen kam Sean Dulic beim Kopfballversuch am zweiten Pfosten an der Fünfmeterkante zu Fall, forderte vehement Strafstoß, weil er umgestoßen worden war, doch Schiedsrichter Christopher Knauer ließ weiterspielen (16.). Jacobsen spielte in der 18. Minute von der Mittellinie einen Steckpass auf Sigurd Haugen, der kam halblinks im Strafraum aus spitzem Winkel zum Abschluss, traf aber nur das Außennetz. Ein 17-Meter-Schuss von Dion Berisha aus dem Zentrum wurde sichere Beute von Dähne, der aber Glück hatte, dass der FWK-Stürmer genau auf seinen Körper zielte (25.). Ein Freistoß halbrechts fast von der Strafraumkante schoss Ebrahim Farahnak genau in die Mitte in die Arme des Löwen-Keepers ab (27.). Nach einer direkten Weiterleitung von Jacobsen lief Haugen alleine auf Johann Hipper im Würzburger Tor zu. Der ehemalige 1860-Keeper kam ihm entgegen, konnte den Abschluss zur Ecke abwehren (31.). Das war bis dahin die beste Löwen-Chance! Drei Minuten später verpassten Jermain Nischalke und Tarsis Boga in aussichtsreicher Position den Abschluss (34.). Dann faustete Dähne eine Hereingabe genau vor die Füße von Tim Kraus, der mit seinem Abschluss aus 14 Metern aber am 1860-Keeper scheiterte (35.). In der 38. Minute die Löwen-Führung. Marvin Rittmüller hatte den Ball an den zweiten Pfosten gechipt, Steinkötter köpfte die Kugel in die Mitte auf Haugen, der per Flugkopfball aus sechs Metern das Spielgerät zum 1:0 im Kickers-Tor versenkte. Auf der anderen Seite setzte drei Minuten später Berisha einen Kopfball neben das 1860-Tor (41.). Somit blieb es beim knappen 1:0-Vorsprung für die Sechzger zur Pause.
Beinahe hätte Steinkötter kurz nach der Pause nachgelegt. Manuel Pfeifer steckte für Althaus durch, der legte im Strafraum quer auf Steinkötter, der aus acht Metern direkt abschloss, doch Peter Kurzweg konnte auf der Linie für seinen geschlagenen Keeper klären (49.). Glück hatten die Löwen, als Nischalke in der 58. Minute aus 18 Metern nur den rechten Pfosten traf. Der eingewechselte Liam Omore zielte wenig später aus 17 Metern knapp am 1860-Tor vorbei (60.). In dieser Phase ließen die Löwen den Würzburgern viel zu viel Raum, störten nicht konsequent. Wiederum zwei Minuten später forderten die Würzburger Handelfmeter. Dominik Meisel hatte im Strafraum geflankt, von der Hacke des grätschenden Pfeifers sprang der Ball an die Hand des Löwen. Zu Recht gab der Unparteiische deshalb keinen Strafstoß (62.). Ein Fallrückzieher aus elf Metern von Omore ging deutlich am Tor von Dähne vorbei (68.). Danach verflachte immer mehr die Partie. Beide Teams mussten der langen Saison und den hohen Temperaturen Tribut zollen. Kurz nach Ablauf der regulären Spielzeit traf Bonga doch noch zum Ausgleich für die Gastgeber. Einen weiten Ball köpfte Althaus auf den ehemaligen Löwen, der aus zwölf Metern zum Schuss kam, leicht abgefälscht landete die Kugel im 1860-Tor (90.+1). Insgesamt sieben Minute gab’s obendrauf. In der 3. Minute der Nachspielzeit legte Haugen nach Pass von Clemens Lippmann den Ball an Hipper vorbei, aber auch am Würzburger Tor. Ein Linksschuss von Maximilian Wolfram aus 17 Metern ging deutlich am FWK-Tor vorbei (90.+7). Das war auch die letzte Aktion. Damit musste das Elfmeterschießen über den Pokalsieg entscheiden.
Haugen machte für die Löwen den Anfang, traf halbhoch neben den rechten Pfosten zum 2:1. Nun trat Martin Thomann gegen Dähne an, setzte die Kugel frech in die Mitte zum 2:2. Rittmüller war der nächste, hatte Glück mit seinem Schuss ins linke untere Eck. Hipper war mit den Fingerspitzen dran. Der Ausgleichstorschütze Bonga traf auch vom Punkt: 3:3. Nun war Hobsch an der Reihe, schoss ins linke untere Eck, doch Hipper konnte parieren. Cherif Cisse brachte mit dem nächsten Strafstoß die Unterfranken erstmals in Führung. Anschließend verschoss Kilian Jakob. Dadurch hatte Würzburg zwei Matchbälle. Gleich den ersten konnte Omore sicher zum 5:3-Enstand nach Elfmeterschießen verwandeln. Damit feierten die Kickers ihren vierten Sieg im bayerischen Toto-Pokal, während den Sechzgern nur der Trost blieb, trotzdem für die DFB-Pokal-Hauptrunde 2026/27 qualifiziert zu sein.
STENOGRAMM, Toto-Pokal, Finale, 23.05.2026, 16.30 Uhr
FC Würzburger Kickers – TSV 1860 München 5:3 (0:1, 1:0) n.E.
FWK: 1 Hipper (Tor) – 21 Hemmerich, 28 Farahnak, 19 Uhl, 16 Kurzweg – 30 Bonga, 31 Kraus, 13 Ochs, 29 Berisha – 25 Meisel, 9 Nischalke.
Ersatz: 12 Guttenberger (Tor) – 8 Schmidt, 11 Cisse, 14 Thomann, 17 Omore, 20 Deppner, 22 Hägele, 23 Knaus, 37 Muteba.
1860: 21 Dähne (Tor) – 33 Faßmann, 35 Kiefersauer, 25 Dulic –29 Rittmüller, 20 Althaus, 5 Jacobsen, 27 Pfeifer – 2 Danhof – 9 Steinkötter, 22 Haugen.
Ersatz: 40 Bachmann (Tor) – 13 Christiansen, 17 Schröter, 18 Jakob, 30 Wolfram, 34 Hobsch, 41 Lippmann, 44 Husic, 46 Estermann.
Wechsel: Omore für Hemmerich (56.), Thomann für Berisha (76.), Muteba für Meisel (76.), Cisse für Nischalke (76.), Schmidt für Ochs (80.) – Jakob für Pfiefer (70.), Lippmann für Danhof (70.), Husic für Jacobsen (76.), Wolfram für Dulic (85.), Hobsch für Steinkötter (90.+3).
Tore: 0:1 Haugen (38.), 1:1 Bonga (90.+1).
Elfmeterschießen: 1:2 Haugen, 2:2 Thomann, 2:3 Rittmüller, 3:3 Bonga, 4:3 Cisse, 5:3 Omore.
Gelbe Karte: Ochs, Muteba – Steinkötter, Dulic.
Zuschauer: 11.017 in der Akon Arena (ausverkauft).
Schiedsrichter: Christopher Knauer (Isling); Assistenten: Sebastian Stadlmayr (Donaumünster-Erlingshofen), Elias Küffner (Pegnitz); Vierter Offizieller: Marco Göbet (Rimpar).
https://www.tsv1860.de/de/news/artikel/fwkm60
Zum Glück ist die Saison vorbei