Wieder kein Sieg – 1. FC Kaiserlautern mit torlosem Remis gegen Türkgücü München

Es ist eine schwere Spielzeit für die Pfälzer. Wie bei allen anderen Vereinen auch leidet die Mannschaft unter der fehlenden Unterstützung der Fans. Denen bleibt aktuell nur der Livestream und Sportwetten, wobei bei diesen die Übersicht der besten Buchmacher im Internet weiterhelfen dürfte. Gerade in dieser sportlich schwierigen Phase wären die eigenen Anhänger auf den Rängen so wichtig. So ging es also wieder ohne Zuschauer in die Partie gegen den starken Neuling aus der bayrischen Landeshauptstadt. Dabei sah es noch nicht einmal schlecht aus, was die Pfälzer auf dem schlechten Geläuf, deutlich sichtbar fehlt dem Rasen die zu dieser Jahreszeit so notwendige Regenerationszeit, zeigten. Mit Anpfiff waren die heimischen Spieler sehr bemüht, endlich weitere Heimspieltore zu erzielen. Im bisherigen Saisonverlauf stehen nämlich erst sechs eigene Treffer auf dem heimischen Betzenberg zu Buche.


Die erste Möglichkeit war dabei Kenny Prince Redondo vorbehalten, der zuletzt in Dresden zwei Tore erzielen konnte. Nach einem Zuspiel von Jean Zimmer konnte sein Schuss aus spitzem Winkel jedoch zur Ecke abgewehrt werden (5.). In der 32. Minute wurde dann die Abschlussschwäche der Pfälzer schonungslos offen gelegt. Nach einer Balleroberung ging Marvin Pourié allein auf den gegnerischen Keeper René Vollath zu und spielte dann auch perfekt auf den mitgelaufenen Zimmer ab, der dann jedoch fast schon kläglich mit seinem Schussversuch aus elf Metern scheiterte. Das 0:0 zur Pause sollte damit Bestand haben.


Im zweiten Abschnitt waren die Hausherren weiterhin bemüht und verlegten sich aufgrund der schlechten Platzverhältnisse mehr auf Standards und auf Flanken. Diese fanden jedoch zumeist in den gegnerischen Spielern ihre Empfänger und so plätscherte die Partie zusehends dahin. In der Schlussphase agierten die roten Teufel dann sogar mit zwei Angreifern, da die drei Punkte unbedingt in der Pfalz gehalten werden sollten. Doch auch die Schlussoffensive mit der Doppelspitze aus Elias Huth und Daniel Hanslik vermochte kein Feuerwerk zu entfachen.


„Wir haben wieder unentschieden gespielt. Gefühlt das tausendste Unentschieden, leider. Obwohl es mein Geburtstag ist heute, kann ich mich nicht wirklich freuen, weil ich hier unbedingt einen Sieg wollte. Wir müssen trotz allem positiv bleiben und hoffen, dass wir das nächste Spiel gewinnen können“, gab Geburtstagskind Alexander Winkler nach Spielschluss zu Protokoll.


1. FC Kaiserslautern: Spahic – Hercher, Kraus, Winkler, Hlousek – Rieder – Zimmer, Ciftci, Ritter (72. Hanslik), Redondo – Pourié (72. Huth).


Türkgücü München: Vollath – Kusic, Sorge, Zorba, Stangl – Akkaynak (46. Gorzel), Park (81. Tosun), Berzel, Maier (77. Kircicek) – Sararer, Röser (55. Sijaric).


Schiedsrichter: Nicolas Winter (Hagenbach)

Gelbe Karten: Ciftci, Huth / Zorba, Sorge, Vollath

Zuschauer: 0 (Fritz-Walter-Stadion)

Tore: Fehlanzeige


1. FC Kaiserslautern verurteil rassistisches Banner


Bereits vor der Partie war es zu einem Eklat in Kaiserslautern gekommen. Vertreter der offen rassistisch agierenden Partei ‚Der III. Weg‘ hatten im Vorfeld des Spiels ein Banner mit der Aufschrift ‚Türkgücü nicht willkommen‘ vor dem Stadion platziert und im Umfeld entsprechende Aufkleber und Flyer verteilt.


„Sowohl der Inhalt des Banners als auch der Ort der Darstellung ist für die Verantwortlichen des 1. FC Kaiserslautern nicht zu tolerieren. Der 1. FC Kaiserslautern distanziert sich mit aller Deutlichkeit von dieser menschenverachtenden und rassistischen Haltung gegenüber unseren Gästen von Türkgücü München, die bei uns mit all ihren Spielern und Verantwortlichen sehr wohl und sehr herzlich willkommen sind“, erklärte hierzu der Verein in einer Presseerklärung.


Das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern distanziert sich mit einem Banner von der Aktion. Quelle: facebook.de.


Ebenfalls hat sich das Fanbündnis 1. FC Kaiserslautern, dem auch die Ultragruppen des FCK angehören, deutlich von dieser Aktion distanziert: „Der Partei, die bekanntlich am extrem rechten politischen Rand anzusiedeln ist, sei gesagt, dass sich die Westkurve ihre Feinde immer noch selbst aussucht und sich dabei schon gar nicht von außen reinreden oder eine Meinung aufzwängen lässt. Dass eine solche Partei vor dem 54er Denkmal posiert, ist eine bodenlose Frechheit und Respektlosigkeit gegenüber den Helden von Bern und den Werten, welche unsere Fanszene vertritt.“


Samstag geht es gegen den SV Wehen Wiesbaden weiter


Schon am kommenden Samstag steht für die Lauterer das nächste Heimspiel an. Dann nämlich wird der SV Wehen Wiesbaden auf dem Betzenberg gastieren. Ganze acht Punkte trennen die beiden Mannschaften in der Tabelle, wobei die Hessen bisher sogar noch ein Spiel weniger absolviert haben. Die Favoritenrolle dürfte also eher bei den Gästen liegen, doch für die roten Teufel wird es um jeden Punkt im Abstiegskampf gehen. Dieses Drittliga-Duell, welches die Fans erneut nicht im Stadion sondern nur im Livestream verfolgen können, wird ab 14 Uhr im Fritz-Walter-Stadion zur Austragung kommen.