03.12.05, 14.25 Uhr
FC Banik Ostrava - SK Slavia Prag 1:3
Tschechien, Gambrinus Liga
Bazaly-Stadion, 3.750 Zuschauer
Bereits seit langem war das Spiel Banik gegen Slavia ausgeguckt worden, um endlich diesen Ground mal zu machen, nachdem es ja mit einem Champions-League-Spiel in Ostrava nicht geklappt hat und wohl vorerst auch nichts werden wird. So mache ich mich am Freitag nachmittag mit dem Zug auf den Weg nach Prag. Im Zug ist die Heizung ausgefallen, was natürlich auf Dauer nicht gerade angenehm ist. Ab Schwandorf wird dann der Zugteil aus München angekoppelt und zumindest diese Waggons sind warm. So hocke ich mit anderen Fahrgästen zusammen im Abteil und wir tauschen Geschichten über Gott und die Welt, über die Tschechen aber im Besonderen aus. Pünktlich erreicht der Zug Prag und ich übernachte in einem mir bekannten Hostel, wo ich schon öfter war. Am nächsten Morgen geht es mit dem Intercity nach Ostrava. Nach dem Mittagessen im Speisewagen erreicht der Zug pünktlich das Bitterfeld der Tschechischen Republik. Mit dem Bus geht es zum Stadion weiter. Ich werde mal wieder zum Schwarzfahrer, da der einzige Ticketautomat kaputt ist. Am Stadion eine Karte für die Haupttribüne geholt und hinein ins weite Rund. Das Bazaly hat eine überdachte Tribüne sowie unüberdachte Sitzplätze auf der Gegengeraden und in den Kurven. Erinnert so ein klein wenig ans Augsburger Rosenaustadion, nur daß das Bazaly eben ein Allseater ist. Beleuchtet wird das Ganze von vier klassischen Flutlichtmasten, zudem gibt es eine große Anzeigetafel in einer Kurve. Banik ist bisher hinter den Erwartungen zurückgeblieben, das Team steht nur im Mittelfeld, die Gäste aus Prag sind Zweiter und favorisiert. Die Gäste gehen dann auch bereits in der ersten Minute in Führung, was die kleine Handvoll mitgereister Fans natürlich jubeln läßt. Ostrava kommt aber nach und nach auch ins Spiel und kann kurz vor der Pause ausgleichen. Nach dem Wechsel ist das Spiel ausgeglichen, der Unterschied ist aber, daß Slavia noch zwei Mal trifft und am Ende deutlich mit 1:3 gewinnt. Banik hat noch Chancen zum Anschlußtreffer, aber kein Glück im Abschluß. Die Zuschauerzahl ist enttäuschend, die Stimmung aber gar nicht übel. Immer wieder gibt es Aktionen pyrotechnischer Art, Schalparaden, Wechselgesänge und ähnliches. Gibt auf jeden Fall hübsche Fotos und erwärmt wenigstens das Genüt ein bißchen, denn die Außentemperaturen sind doch verdammt niedrig. Nach dem Spiel treffe ich noch einige Schweizer, die scheinbar aber mit dem Auto gekommen sind. Nach dem Spiel noch kurz zuim Fanshop und dann zur Bushaltestelle. Mit Bus und Straßenbahn – natürlich mangels Fahrkartenautomat wieder als Schwarzfahrer – geht es zurück zum Bahnhof. Fahrkarte kaufen bis Cheb Grenze und erstmal noch was essen am Bahnhof. Kurz vor 18.00 Uhr fährt dann der Zug nach Prag, wo ich die meiste Zeit ein Abteil für mich alleine habe und ein bißchen schlafen kann. Pünktlich wird die Hauptstadt wieder erreicht. Was macht man nun? Ein wenig das Nachtleben erkunden, da es erst um 4.20 Uhr weiter geht. Mitten in der Nacht dann weiter nach Cheb, frühstücken in einem Cafe und weiter über Marktredwitz nach München. 14.10 Uhr, also 5 Minuten vor dem geplanten Anpfiff erreiche ich den Ground des TSV Großhadern, hätte perfekt geklappt. Das Spiel ist aber kurzfristig abgesagt worden. Hass! Aber was will man machen? Also wieder zurück in einem völlig überfüllten Zug nach Nürnberg. Erneuter Hass! Warum hängt die Bahn nicht einfach mal 2-3 Wagen mehr an ihre Züge? Fragen, auf die ich wohl nie eine Antwort finden werde. Wie auch immer, gegen 18.00 Uhr wird der Ausgangspunkt der Tour wieder erreicht, und letztlich hat sich die Tour doch gelohnt. Fehlende Grounds der ersten tschechischen Liga: jetzt nur noch einer!