hier einige Berichte vom letzten Wochenende:
26.05.2005, 15.00 Uhr:
SV Erlenbach - TSV Aidhausen 1:1
Landesliga Bayern-Nord, Waldsportplatz, 400 Zuschauer
Heute sollte die Landeliga-Nord mal wieder ein bißchen der Komplettierung näher gebracht werden, ein sportlich interessantes Spiel stand ebenfalls noch auf dem Spielplan. So mache ich mich kurz nach 10.00 Uhr schon per Bayern-Ticket auf den Weg nach Erlenbach. Gegen 14.00 Uhr komme ich in dem kleinen Ort bei Aschaffenburg an. Die Einwohner sind allerdings wohl nicht so gut über ihren Fußballverein informiert. Die meisten wissen gar nicht, wo der Sportplatz ist, und andere schicken einen zum falschen Sportplatz. Irgendwann wird aber doch noch der richtige Platz gefunden und für 4,50 Euro eine der allseits beliebten Kinokarten erworben. Nun gut, vor Ort treffe ich noch einen weiteren Hopper, so daß die Partie noch recht kurzweilig wird. Zur Ausgangssituation: Im Abstiegskampf geht es sehr eng zu, und mehrere Vereine kämpfen noch um den Klassenerhalt, darunter auch beide heute beteiligten Teams. Erlenbach belegt zur Zeit den Relegationsplatz, die Gäste sind nur einen Punkt besser und damit auf dem ersten Nichtabstiegsplatz. Aber auch der direkte Abstieg kann beide noch ereilen. Erlenbach ist im Spiel feldüberlegen und geht nach einer knappen halben Stunde auch verdient in Führung. Auch in der zweiten Halbzeit sind die Gastgeber tonangebend, aber in der Schlußminute kommt Aidhausen doch noch zum glücklichen Ausgleich. Somit bleibt der Abstiegskampf auch weiterhin spannend. Nach dem Spiel geht es zurück nach Nürnberg. In Würzburg verpasse ich aber wegen dem Spitzenunternehmen DB den Anschlußzug – obwohl vorher noch angekündigt wurde, daß der Anschluß wartet. Haha! Nach über einer Stunde sinnlosen Wartens geht’s dann weiter. Um 22.30 Uhr bin ich dann schließlich zu Hause, knapp sechs Stunden nach Ende des Spiels. Mit dem Auto hätte es vielleicht 2 ½ Stunden gedauert. Da stellt sich schon die Frage nach dem Sinn des Bahnfahrens. Bon nuit.
27.05.2005, 19.00 Uhr
FC Gratkorn - DSV Leoben 2:2
Österreich, Red Zac Erste Liga, Sportstadion, 1.200 Zuschauer
Zweite Liga in Österreich ist nicht wirklich die Erfüllung, aber auf dem Weg in den Süden liegt unser Nachbarland ja doch strategisch günstig. Mit dem Auto mache ich mich daher am Freitag Vormittag auf den Weg nach Graz. Mit dem Auto deshalb, weil die geplante Tour mit dem Zug nicht zu machen gewesen wäre. Nach angenehmer und staufreier Fahrt komme ich am Nachmittag in Graz an, wo ich im JGH einchecke. Danach fahre ich nach Gratkorn, einen kleinen Vorort von Graz, wo das Stadion auch schnell gefunden ist. Sportlich ist die Partie ziemlich belanglos. Gratkorn ist zwar Letzter und könnte mit einem Erfolg diesen Platz noch verlassen, es gibt aber sowieso keinen sportlichen Absteiger, da drei Teams keine Lizenz für die kommende Saison erhalten werden. Für Leoben geht es sowieso um nichts mehr. Immerhin 1.200 Zuschauer wollen das letzte Spiel der Saison sehen, darunter auch ein paar Hopper aus England, die aber im Glauben sind, dass Gratkorn noch absteigen kann und somit erst mal aufgeklärt werden müssen. Das Niveau ist landestypisch schwach. Die Gäste gehen früh in Führung, Gratkorn kann aber wenige Minuten später ausgleichen. In der zweiten Halbzeit das gleiche Bild. Wieder Führung für die Gäste, aber postwendend der erneute Ausgleich. Es bleibt beim Unentschieden und durch die Niederlage von Wörgl in Lustenau ist Gratkorn zumindest auch sportlich nicht abgestiegen. Stimmung ist auch ein bisschen vorhanden, etwa 30 Fans aus Leoben sind mitgereist, auf Heimseite machen auch ca. 50 Leute etwas Stimmung. Das Stadion hat zwei Tribünen auf einer Längsseite, die Sitzplätze haben, auf der Gegengeraden gibt es eine Stahlrohr-Stehplatztribüne mit Sprecherturm. Da der Platz auch noch eine Laufbahn hat, ist die Sicht nicht so besonders. Eine Anzeigetafel ist vorhanden, außerdem auch noch fünf Flutlichtmasten, drei auf einer Längsseite, zwei auf der anderen. Insgesamt ein Stadion, das man nicht gesehen haben muß. Nach dem Spiel geht es gemütlich zurück ins JGH und nach einem Bierchen geht es ab ins Bett.
28.05.2005, 17.00 Uhr
HNK Rijeka - Inter Zapresic 3:3
Kroatien, 1.Liga, Stadion Kantrida, 10.000 Zuschauer
Am nächsten Morgen geht es durch das schöne Slowenien vorbei an Maribor und Ljubljana weiter nach Kroatien. Ein neuer Länderpunkt sollte also gemacht werden, die peinliche Lücke also endlich mal geschlossen werden. Am frühen Nachmittag ist die Hafenstadt Rijeka erreicht. Der erste Weg führt zum Stadion, und erst mal wird eine Eintrittskarte geholt. Mit 70 Kuna ist man auf der Haupttribüne dabei, was bei den Temperaturen doch sehr begrüßt ist, da man so wenigstens im Schatten sitzen kann. Danach mache ich mich auf Unterkunftssuche, im zweiten Versuch wird ein günstiges Hotel gefunden. Ein Zimmer im 10.Stock sollte es sein, mit hübschem Blick über die Stadt. Anschließend wieder zurück zum Stadion, wo doch schon allerhand los ist. Ein Parkplatz ist auch schnell gefunden. Spannender könnte die kroatische Meisterschaft fast nicht sein: Zapresic und Hajduk sind punktgleich vorn, Rijeka kämpft noch um den Einzug in den UEFA-Cup. Die Meisterschaftsambitionen von Inter Zapresic bekommen aber schnell einen Dämpfer, als Rijeka früh in Führung geht. Außerdem führt Hajduk in seinem Spiel bereits früh mit 3:0, die Sache ist damit praktisch entschieden. Die Gäste können das Spiel dann jedoch drehen und zur Pause steht es 1:2. Nach der Pause erhöhen sie sogar noch auf 1:3. Rijeka kämpft sich aber wieder ran und erzielt schnell den Anschlusstreffer und wenig später den Ausgleich. Dabei bleibt es auch bis zum Schluß, ein Ergebnis, das keinem etwas nützt. Stimmungsmäßig ist es gar nicht schlecht, die Fans von Rijeka machen doch ganz gut Alarm. Gästefans sind gerade mal 20 mitgekommen, was doch ziemlich erbärmlich ist angesichts der Meisterschaftschance, die der Verein hat. Nach dem Spiel gibt es noch einen Platzsturm, der aber im Ansatz erstickt wird. Das Stadion Kantrida ist schon von der Lage her wirklich schön. Es liegt direkt an der Adria unterhalb der Küstenstraße und es sieht so aus, als ob eigens für das Stadion ein Teil der Felswand gesprengt wurde. Ich weiß aber nicht, ob das wirklich so ist. Jedenfalls hat es eine überdachte Tribüne auf einer Längsseite, sowie unüberdachte Tribünen rundrum, nachteilig ist nur die Laufbahn, die die Sicht ziemlich einschränkt. Es gibt eine elektronische Anzeigetafel, die oberhalb der Heimkurve in einem Felsen angebracht ist sowie zwei Flutlichtmasten auf der Haupttribünenseite und Flutlicht, das einfach an der Felswand angebracht ist. Sieht schon alles recht nett und beindruckend aus. Nach der Partie wird noch ein wenig durch die Stadt gebummelt, die Hitze wirkt aber eher lähmend, so dass die meiste Zeit im Biergarten verbracht wird.
29.05.2005, 15.00 Uhr
Udinese Calcio - AC Mailand 1:1
Italien, Serie A, Stadio Friuli, 35.700 Zuschauer
Am Sonntagmorgen geht es wieder zurück nach Slowenien und weiter über Triest nach Udine. Das Stadion ist schnell gefunden und Parken kann man rund ums Stadion auch problemlos. Da die Kurve leider ausverkauft ist und auch niemand mehr Karten für die Kurve verkauft, muß ich preislich leider in den sauren Apfel beißen und eine Karte für die Gegengerade kaufen. Die Kulisse ist ganz ordentlich, Stimmung ist auch gar nicht so schlecht. Lediglich die Gästekurve ist heute nicht so gut gefüllt, aber wen wunderts. Für Milan geht es um nichts mehr, in der Meisterschaft ist man Zweiter und auch das Champions-League-Finale hat man ja bekanntermaßen gegen Liverpool verloren. Hört sich irgendwie nach Leverkusen an, für diese Saison mag das auch stimmen, ansonsten verbietet sich der Vergleich aber. Auch in der Serie A steht der letzte Spieltag an. Udine ist Vierter und damit auf einem CL-Quali-Platz, Konkurrent Sampdoria Genua aber nur einen Zähler dahinter. Genua spielt heute parallel in Bologna, das noch gegen den Abstieg kämpft, die Aufgabe dürfte somit für Genua auch nicht einfacher sein. Bei Gluthitze wird allerdings heute nur Sommerfußball geboten. Milan will nicht so recht und Udine kann wohl nicht so recht. Die Zuschauer kämpfen irgendwie gegen die Hitze – Sonnenbrand allez. In der Pause rennen alle erst mal unter die Tribünen, um etwas Schatten abzukriegen. Nach dem Wechsel wird das Spiel dann auch ein bisschen besser, nach einer Stunde erzielt der Club aus Friaul die Führung. Milan gibt sich aber nicht geschlagen und greift munter an. Durchaus lobenswert, wenn man die Temperaturen und die Ausgangslage für Milan bedenkt (man könnte das Spiel ja auch einfach abschenken). Kurz vor Schluß wird der AC dann auch belohnt und eine etwas kuriose Bogenlampe landet im Tor. Das Spiel endet Unentschieden, trotzdem kennt der Jubel keine Grenzen, weil Sampdoria parallel auch nur Unentschieden gespielt hat und Udine somit Platz vier behauptet hat. Das Stadio Friuli ist eine weitläufige Schüssel mit einer überdachten Haupttribüne, deren geschwungenes Dach sicher der Blickfang des Stadion ist. Der Rest sind unüberdachte Tribünen, natürlich alles nur Sitzüplätze. Eine riesige Anzeigetafel ist vorhanden, aber heute nicht in Betrieb. Licht kommt von vier Flutlichtmasten und zusätzlichen Strahlern im Tribünendach. Nach dem Spiel geht es zügig zum Auto und auf die Autostrada. Am Tauerntunnel ist aber alles dicht und so stehe ich dort etwa 1 ½ Stunden sinnlos rum. Kaum zu glauben, man zahlt Vignette, noch zusätzliche Maut und darf dafür noch stundenlang auf der österreichischen Autobahn im Stau stehen. Die Fahrt über den Tauernpaß wäre vermutlich schneller gewesen. Dabei ist die Autobahn gar nicht mal soooo voll, aber die sinnlose Blockabfertigung werde ich wohl nie verstehen. Irgendwann hat auch diese Fahrt aber mal ein Ende und um 00:30 Uhr bin ich wieder zu Hause. Gute Nacht.