Beiträge von Zico

    Und hier Teil 2...


    Landesliga Berlin 1.Abteilung – 19. Spieltag – Samstag 18.02.2006 – ca. 300 Zuschauer
    Adlershofer BC 08 – FC Spandau 06 0:3 (0:2)


    Die Ausbeute des Freitags also viel Kultur und ein Spiel der 7.Liga Berlins. Auch für heute zeigt die Bilanz lediglich ein Spiel der NOFV-Nord in Wismar. So gab es Bestrebungen mir St.Pauli-Düsseldorf anzusehen und so klingelte 5.45 Uhr der Wecker während Junior Hofer weiterschlief. Ich unternahm wieder einen Spaziergang zur Station Mahlsdorf und bestieg die S-Bahn bis Ostkreuz. Dabei hätte ich besser mal das Handy angemacht, im Zug zum Bahnhof Zoo erreichte mich nämlich die SMS dass St. Pauli ausverkauft ist die Rolex liebenswerterweise mir zukommen ließ. Was nun tun? Hamburg erschien so zu riskant, Vorletzter gegen Letzter in der NOFV Nord erweckte auch nicht unbedingt gesteigertes Interesse. So erstmal beim MCD-Breakfast Gedanken sammeln und Hofer um 8.30 Uhr per Handy zu seinen Tagesplänen befragt. Nachdem dieser meinte erst später in die Stadt zu fahren war meine Intention mich zum Alexanderplatz zu begeben, bissl Kultur wieder, dann die Tiere im Zoo zu besuchen und dann nachmittags die einzige Begegnung der Verbandsliga Brandenburg bei SV Babelsberg II zu besuchen um dann Junior Hofer abends wieder in der Stadt zu treffen. Den Alex habe ich auch mehr als gründlich erkundet, ebenso den Hackeschen Markt, ganz Berlin Mitte halt. Langsam zeigten sich aber dann Schlafmangel und Frost, es war einfach ein Stück weit zu kalt um stundenlang rumzuasseln. Da musste es der Biss in den sauren Apfel sein, zurück in die Prärie wo mich wenigstens der Bus vom Bahnhof bis kurz vors etap brachte. Auf den letzten Metern kam mir dann mein Mitstreiter entgegen so dass man bereits präzisere Verabredungen für heute Abend treffen konnte. Noch kurz etwas eingekauft (ja Supermarkt gab es da draußen sogar), die Putzfrau aus dem Zimmer geschmissen und eine Mütze Schlaf genommen. Gegen 12.30 Uhr dann aufgestanden und bei ABC angerufen. Dort bekam ich die Auskunft dass der Linienrichter den Platz für bespielbar hält und die Partie zu 90% stattfindet. So eine Prozentzahl muss uns in diesen Tagen reichen, auf zum Zug und ab nach Adlershof dass ebenfalls etwas weiter in der Peripherie Berlins liegt. Soweit ganz nette Gegend, man durfte noch ein gutes Stück die Dörpfeldstrasse ablaufen bis man schließlich den Lohnauer Steig erreichte wo ABC seinen Ground inmitten einer Wohngegend hat. Auch hier natürlich Kunstrasen, dafür gab es sogar ein Programm. Auch hier gesellte sich dann eine weitere gestrandete Gestalt zu mir und die Würste brutzelten eifrig auf dem Freiluftgrill. Die Partie (in Berlins 6.Liga) hatte locker unser bayrisches Landesliganiveau, schnell gelangen auch hier dem Gast 2 Tore und so befindet sich Spandau auf dem besten Weg zurück in die Verbandsliga Berlin. Hier wurde es im Laufe des Spiels besonders interessant da sich immer kontroversere Diskussionen zwischen Schiedsrichtergespann und Publikum bzw. Ersatzspielern entwickelten. Ein Auszug:
    Spieler der 2.Mannschaft von Adlershof: Schiri geh mal zu Fielmann
    Schiriassistent: Lern’ Du erst mal Fussballspielen.
    Auch zwei Besucher betitelten sich dermassen heftig untereinander wie ich es seit der Ulmer U19 nicht mehr erlebt habe. Ein grosser Spass für Gross und Klein also. Spandau gelang dann in der 2. Halbzeit noch das 0:3, eine nette Kneipe hinter einen Eisentür gibt es am Lohnauer Steig auch und auf das anschließende Spiel ABC II gegen Bielsdorf II habe ich dann doch verzichtet… Auf dem Weg zurück zur Bahn meldete sich der kleine Hunger und so hielt ich an einem Imbiss der Dönercity Berlin. Ein Prachtexemplar namens Schülerdöner für 1,50.
    Dabei befand sich viel mehr Fleisch im Döner als hier (zum doppelten Preis) gewohnt, dazu lecker Soss und als Bodenbelag Ketchup, einfach himmlische Genüsse hehe. Das sind so die kleinen Highlights solcher Ausflüge. Mich würde ja mal interessieren welche Dimensionen dann dort der Big Döner mit extra Fleisch hat.
    Nun ging es wieder in die Mitte Berlins, schnell BL-Ergebnisse im easyInternet gecheckt und dann war auch schon das Treffen mit Rolex und Hofer am Hackeschen Markt anberaunt.
    Roland ließ uns noch kurz warten weil seine U-Bahn irgendeinen Unfall auf dem Weg hatte, dann ging es in eine Trattoria am Ort wo lecker gespeist wurde und diverse Alsterwasser unsere Kehlen befeuchteten. Dabei wurde auch eine ganz besonders perfide Idee für den Sonntag geboren, gleich am Alex ein WET besorgt und wieder zurück ins Vorortghetto.
    Dieses Mal fuhren wir auf Wunsch von Hofer bis zur Station Birkenstein um von dort den Weg zur Unterkunft mal auszutesten. Dieser führte uns in kompletter Dunkelheit über eine Bundesstrasse, aber lieber überfahren werden als dreckige Hosen kriegen.
    Durchs Industriegebiet wo sich auch noch eine Disse befand die angeblich die größte in Deutschland sein soll (laut Aushang, aber vergesst es) und noch eine Frage aufgeworfen:
    Hoppegarten liegt nun eindeutig im Ostteil der Stadt, hier befindet sich dann auch die weltberühmte Galopprennbahn. Wie aber kamen nun vor der Wende die ganzen westdeutschen Zuseher zu den Pferderennen im tiefsten Osten der Stadt?
    Im Zimmer gaben wir uns dann noch das ZDF-Sportstudio bevor unsere Augen zufielen.


    Zico

    Auf vielfachen Wunsch hier die Berichte vom letzten Wochenende in Berlin, ansonsten wie immer zu finden auf www.bembeltours.de.vu.
    Die 3 Texte haben mit Fussball rein gar nix zu tun, es lief eher naja anders...


    Bezirksliga Berlin 2.Abteilung – 19. Spieltag – Freitag 17.02.2006 – 50 Zuschauer
    SC Al Quds Berlin – BFC Dynamo Berlin II 0:2 (0:2)


    Aufbruch am Donnerstag Abend 18.30 Uhr zu einer Tour die im Vorfeld akribisch durchgeplant war und bei der dann plötzlich sämtliche geplanten Spiele abgesagt waren!
    Noch während der „Lord of War“ im Kino wütete stellte man sich die Sinnfrage, aber die Züge sind gebucht, halt der Nachteil der ganzen Sparangebote heutzutage.
    Um die freundschaftlichen Bande nicht zu belasten bestieg man dann doch den Zug, noch filmisch und auf Foto festgehalten von Herrn Gross. Bis Neumarkt hatte man noch Begleitung in Person eines Jahnfans, dann noch schnelles Zughopping und in Fürth rein in den Nachtzug nach Berlin. Dieser besitzt äußerst komfortable Sitze und auch sonst hatte man seine Ruhe und konnte nun wesentlich besser gelaunt um 7 Uhr morgens in der Bundeshauptstadt aussteigen. Herr Borgs sollte gegen 13 Uhr Berlin erreichen, mal sehen was sich so findet.
    Am Zoo erste Grundbedürfnisse erledigt (Tasche ins Schließfach, Preise des Zoos gecheckt, Frühstück bei MCD, easyInternetcafe, 48 Stunden-Ticket besorgt). Ein Spaziergang durch die Gegend gemacht und Wandern ist des Zicos Lust. Auf dem Kurfürstendamm noch ein paar besondere Einkäufe getätigt und schon hatte die Stadt mit Ihrem Flair und Ihrem hohen Puls einem im Griff. Es war bei Weitem nicht der erste Trip nach Berlin aber bestimmte Highlights wirken auch noch beim x-ten Mal und heute war auch mal keine störende weibliche Begleitung dabei. Potsdamer Platz, Brandeburger Tor, Reichtstag, Jüdisches Denkmal, Unter den Linden usw… alles zu Fuss und mit wachsender Begeisterung absolviert. Die Stadt ist einfach der Hammer! So vergingen die Stunden, das U-Bahn-Ticket wurde auch kräftig genutzt und bei einer Verschnaufpause abermals im Internetcafe (Recherche war nach den ganzen Absagen die wichtigste Tätigkeit) reifte die Idee meinen Mitstreiter gleich am Ostbahnhof abzuholen. Gesagt, getan. Noch kurz gestärkt und auf nach Mahlsdorf wo die Beschreibung im etap-Führer schon eine eher abseitigere Lage vermuten liess.
    Wir landeten in einer Gegend die noch recht Original Oststyle war, ziemlich rabiate Strasse und sämtliche Gehwege eher Schlammwüsten. Idyllisch sagt man dazu wohl *lol*
    Letztendlich waren es dann wohl gute 1,5 km die stets zur S-Bahn zu absolvieren waren, ein Zustand dem Herr Borgs nun wenig Vorteilhaftes abgewinnen konnte.
    Im etap dann der Hochgenuss an deutscher Servicementalität als der Herbergsvater just vor unseren Augen die Eingangstür zuschloss und wir so per Automat einchecken durften.
    Zimmerausstattung wie gehabt, leider auch dieses Mal wieder ohne Videotext, sonst egal aber dieses Mal eher nicht von Vorteil.
    Ich erkundigte dann noch etwas die Gegend und die bestehenden Verbindungen per Zug, Bus und Pedes und so war der Zeitpunkt gekommen sich über die Gestaltung des Abends Gedanken zu machen. TeBe kickt nicht, dafür Union einen Test auf Kunstrasen (juchu) oder eben ein Bezirksklassenkick. Herr Borgs entschied sich für sein Bett und Pizza von Hallo Pizza, ich war erpicht auf Wandern, U-Bahn-Ticket nutzen und den Wettstreit Palästinenser gegen Nachwuchsrekordmeister *g*.
    In Tempelhof angekommen hatte ich mir erst mal Abendessen verdient, bestand bei mir aus Bananenmilch und Fleischpflanzerl in der Semmel (ole).
    Im Tempelhofer Sportzentrum Tempelhofer Weg 62 kam es dann also zum Knaller Al Quds gegen BFC II, das einzige Pflichtspiel an diesem Freitag Abend in ganz Berlin!
    Mit mir fanden sich einige Herren mit diesen typischen Kopftüchern für Männer ein und der BFC-Fanbeauftragte + ein paar Dynamo-Edelfans. Mittels Pauke und Trompete wurde dem Nachwuchs des DDR-Rekordmeisters sogar recht lautstarke Unterstützung zuteil die auch relativ schnell in zwei Tore umgemünzt wurde. Den Rest des Kicks stand dann die Abwehrreihe des BFC II ganz ordentlich auch wenn die Gastgeber von Al Quds in den Schlussminuten zwangsweise gut aufkamen. Solche unterklassigen Kicks leben ansonsten natürlich von der Emotion der Akteure und an den Ballustraden, ganz witzig manchmal.
    Der Ground selbst ein einfacher Kunstrasenplatz mit Gestänge drumrum und Flutlicht!
    Hinter beiden Toren befindet sich nichts, wobei man in einem Fall eine schöne Aussicht auf malerische Schlingpflanzen, Bäume und die Gleise hat wo auch alle naselang ein Zug vorbeirauschte. Richtig bedenklich wird es aber da ich nicht der einzige Gestrandete in diesem Umfeld war, noch zwei weitere Hopper gesellten sich von Minute 10 an zu mir und verfolgten das Spiel mit der selben Ernsthaftigkeit wie meinereiner.
    Mit Rolex am Ohr ging es nach Abpfiff dann zurück zur naheliegenden U-Bahn-Station und über Ring und Ostkreuz wieder zurück nach Dahlwitz-Hoppegarten ins etap nahe der brandenburgischen Grenze.


    Zico

    Bochum sicher rauf.
    Tippe zudem auf Aachen,Fürth oder Freiburg.
    Für KSC reicht es leider nicht.


    Runter gehen imho Ahlen,Dresden,OFC (hat nix mit Rivalität zu tun!).
    und Siegen. Saarbrücken wird sich sicher retten.


    Zico

    Ich kann mir beim besten Willen nicht vorstellen dass Du gegen Ajaccio keine Karte bekommst.
    Bin aber so fair zu sagen, wie ja auch dem Bericht zu entnehmen ist, dass die Kartenbesorgung gegen Lyon (selbst da ja nicht komplett ausverkauft) nicht in meinen Händen lag und ich mich somit nicht grossartig damit beschäftigt habe.


    Zico

    Um die Frage kurz zu beantworten... wir waren 15 Minuten vor Anpfiff dort, sind etwa ums halbe Stadion gelaufen und in diesem Bereich habe ich keine offenen Ticketschalter gesehen.
    Ausverkauft war aber nicht, gab schon einige freie Plätze auf der Seite der Gegentribüne.


    Zico

    Frankreich League 1 Orange – 22.Spieltag
    AS Nancy-Lorraine – Olympique Lyon 0:2 (0:0)

    Geboren wurde die Idee im Bremenbus, nun war der grosse Tag gekommen. Kurzfristig sprang noch Marcel mit auf, immer stets willkommen.
    Der Rasthof Feucht ist nicht exklusiv für Eintrachtspiele, auch Hoppingtouren können von dort gestartet werden und so trafen wir zeitglich dort ein.
    Mit Pause am Hockenheimring ging es ins Saarland, eine Gegend von Deutschland in die man eher seltener kommt. Das hindert mich aber nicht daran dort in St.Ingebert eine Lieblingsburgerbraterei zu haben, die auch heute zu meinem höchsten Entzücken beehrt wurde. Dann ging es weiter nach Püttlingen zu Erbse wo sich die Zeit mit dem Derby of Manchester und seiner Eintrittskartensammlung vertrieben wurde. Dann war es an der Zeit den Weg nach Nancy komplett über Landstrasse anzutreten.
    Die Autobesatzung stellten neben den bereits erwähnten Protagonisten eine Saarbrücker Kante und ein humoristischer Everton/Fortuna-Fan. Besonders mit Letztgenanntem gab es öfters einiges zu lachen. In Nancy parkte Erbse den Wagen dann in Stadionnähe und vor den Eingangstoren wartete schon unser Kontaktmann der unsere Tickets bei sich hatte und für Marcel sogar noch eine Dauerkarte entliehen hatte. Dieser war nämlich auf das Risiko gar keinen Einlass zu finden mitgefahren und war nun sogar umsonst Teil der Partie.
    Ganz ausverkauft war das Stade Marcel Picot aber ohnehin nicht, obwohl der amtierende und kommende Meister sein Gastspiel gab. Lyon hatte dabei in etwa 500 mitgereiste Supporter aufzubieten die beim Intro Ihr Umfeld reichlich ausräucherten.
    Ebenso schön aber das Intro im kompletten Heimbereich. An fast jeden Zuschauer wurde eine Fahne verteilt und die wurden dann äußerst wirksam geschwenkt, wirklich ein tolles Bild dass dabei rauskam.
    Die Partie dümpelte bei Temperaturen nahe dem Nullpunkt so vor sich hin. Lyon war nur mit der zweiten Garde aufgelaufen, Stars wie Juninho und Wiltord wurden geschont. Man überliess dem Aufsteiger aus Nancy die Spielanteile, wobei die Abwehrreihen des Meisters aber für den ASNL nicht zu durchbrechen waren. Insgesamt kein berauschendes Spiel, auch wenig Erquickliches von den Rängen. Lyon engagiert aber viel zu wenig Mann, Nancy nur überzeugend wenn mal das ganze Stadion mitmachte und sich nicht nur die circa 80 Ultras von Red Sharks und La Lique abmühten.
    So stand diese Partie genauso wie alle anderen Spiele die ich jemals in Frankreich besucht habe 0:0 unentschieden zur Pause.
    In dieser hätte man sich nur durch Selbstmitgebrachtes stärken können, Kartensystem sucks.
    Wiederanpfiff und Lyon machte kurz Ernst. Ballverlust von Nancy im Mittelfeld und ein schöner Spielzug wurde mit dem 0:1 für Oly Lyon abgeschlossen. Sonst auch weiterhin die Partie nicht der grosse Reisser, Nancy konnte zu keiner Zeit in irgendeiner Weise meine Sympathien gewinnen. Nationalgoalie Coupet entschärfte in der 70. Minute noch einen strammen Schuss von Rudolf. Dann kam Wiltord doch noch, trat eine Ecke und der sonst unscheinbare Fred nickte den Ball in der 84. Minute zur Entscheidung ins Tor von Nancy.
    Somit das erwartete Ergebnis, Lyon marschiert weiter unbeirrt und muss sich dann international messen lassen. Für Nancy war es eine erneute Heimniederlage, trotzdem wird der Klassenerhalt ein Leichtes sein und im Ligapokal wartet nun am Mittwoch die lösbare Gastmannschaft Ajaccio.
    Für uns ging es wieder zurück zum Auto wobei die Kälte kräftig biss und der Weg über den berühmten Spielplatz arg verstopft war. In Saarbrücken nährte man sich noch am Hüttenzauber und besichtigte eine Stahlhütte in Völklingen.
    Dann war es Zeit in einen Autoabkratzrausch zu verfallen und noch ein paar Runden um den Block in Püttlingen zu drehen bevor es wieder auf die Autobahn ging.
    Bis Mannheim lief es auch gut, dann war Marcel eingeschlafen und mich zog erneut Heidelberg magisch an. Hansi Völkl wird ein Lied davon singen können.
    Irgendwann waren wir aber wieder in der richtigen Spur, leerten unsere Mägen am Rasthof Hockenheim und kamen sonst bis Feucht gut durch. Hier trennten sich dann wieder die Wege und es hat mich sehr gefreut im Saarland eingeladen gewesen zu sein und sogar mit Marcel noch coole Begleitung gehabt zu haben. Man hofft nun auf Gegenbesuch!

    Zico

    Selbes Auto, gleiche Tour...hier mein Text:


    Italien Dreikönigstour 06.01-08.01.2006
    Serie B Tim 22. Spieltag: FC Bologna – US Triestina 0:1 (0:1)
    Serie B Tim 22.Spieltag: US Cremonese – Brescia Calcio 1:1 (1:0)
    Serie C1 18.Spieltag: Padova Calcio – Pro Sesto 2:0 (1:0)


    Langes Wochenende, das Land der Tifosi ruft. In Nobbi ist ein Mitstreiter gefunden.
    Der Rasthof Pfaffenhofen ist in bewährter Manier Treffpunkt. Schnell vergeht die Zeit in der man den Wagen über den Brenner und Verona nach Bologna steurt. Dank dem Guida de Rossa meines Fahrers ist auch das Stadion schnell gefunden, zuvor gab es die besagten Damen aus Obi’s Bericht direkt an der Autobahnausfahrt leibhaftig zu beäugen.
    Karten gibt es ab 17 Uhr, das gibt uns Zeit nach einer Unterkunft zu suchen. Achtzig Euro erscheinen uns zu teuer und so fahren wir in die Vororte hinaus um letztendlich total in der Fauna eine Bleibe für 72 Euro zu finden. Wenigstens scheint die Herbergsmutter nett, der Herbergsvater widmet sich eher ebay Italia. Mitten im Funkloch ruft dann auch Obi an mit dem ein anvisiertes Treffen dank Fremdverschulden leider nicht klappt.
    Wir holen uns Tickets wobei man den Ausweis abgeben muss und durchstreifen die Stadt auf der Suche nach Pizza. Heute darf es einer der berühmten Imbisse sein, wobei ich sehr schnell das Plastikgeschirr an meiner Calzone aufarbeite und so doch noch in den Genuss von richtigen Gabel und Messer komme. Ein Verdauungsspaziergang zeigt uns noch einige schöne Seiten der Stadt Bologna und führt uns schließlich ins Treiben rund um das Renato Dall’Ara zurück. Ein danebenliegender Platz weckt auch noch unser Interesse, hier läuft aber nur ein AH-Spiel. Das Stadion des FC Bologna ist ne Wucht, alter WM-Tempel von 1990 mit Rundbögen rund ums ganze Stadion und exquisiten Gängen. So verweilen wir noch lange draußen und beobachten Parkmanöver der Einheimischen.
    Drinnen erwartet uns dann ein typischer Ground in Italien, die Heimkurve gut gefüllt aber schlechter als ihr Ruf, der Gästeanhang (etwa 90 Mann) müht sich redlich, findet aber naturgemäss wenig Gehör.
    Ich habe noch eine kleine Paniksituation zu überstehen und bringe nach erfolgtem Stuhlgang die Toilettentür nicht mehr von innen auf. Sollte also im Renato Dall’Ara in der Herrentoilette eine Tür beschädigt sein war es der Obi….
    Das Spiel hat gutes Zweitliganiveau, Bologna versiebt einige Chancen, der Unmut der Tifosi wird dabei nicht unbedingt kleiner. Kurz vor Halbzeit ist es dann der Gast aus Triest der erfolgreich ist und so ist man in Bologna zur Pause reichlich bedröppelt.
    In der 2.Halbzeit folgt ein Sturmlauf der Hausherren der ohne Krönung bleibt. Als Unterstützung gibt es, neben lauten Chants, noch den einen oder anderen Böller von den Fans. Pyro bleibt komplett außen vor. Torhüter Pagliuca hat dabei exzessiven Offensivdrang, aber auch er muss schlussendlich die Niederlage hinnehmen. Diesen Auswärtssieg feiern einige Spieler mit Ihren mitgereisten Fans durch eine Trikotspende. Der Auftakt unser Tour ist gelungen. Schnell zurück in den Vorort und ab in die Heia.
    Am nächsten Morgen gibt es eine erfrischende Dusche und Zwieback zum Frühstück.
    Außerdem erlernen wir die offensichtlich anderen Maßeinheiten für das Getränk Kaffee in unserem Gastland. Vor uns liegt der Weg nach Cremona begleitet von erfolglosen Kontaktaufnahmen mit dem Fahrzeug rund um UR. Genug Hopper sind aber auch so vor Ort, von uns Beiden konsequent ignoriert. Viel mehr erfreuen wir uns an der Trophäensammlung von Cremona im Presseraum (vor allem die Pokale von Derby County sind lustig) und dringen kurzzeitg in eine Privatwohnung im Stadion ein.
    Nobbi holt als der Vorreiter unser Reisegruppe die Info ein dass Karten ganz normal erhältlich sein werden und hat diverse Albergo-Hotels rausgeschrieben. Beim Ersten in Stadionnähe klingeln wir einen übernächtigten Chinesen aus dem Schlaf, der kann uns aber nur mitteilen dass hier anscheinden kein Hotel mehr existiert und guckt eher veränstigt aus dem Türspalt bevor wir uns bequemen wieder zu gehen.
    Die zweite Adresse hat Winterpause, aber bei der dritten Absteige werden wir, auch im preislichen angenehmen Rahmen, fündig und beziehen unser Zimmer.
    Nach kurzem Chillen bewegen wir uns wieder Richtung Estadio und werfen einen genauen Blick auf den sehr motivierten Gästeanhang aus Brescia. Kurz darauf sind wir, trotz umfangreichen Polizeiabsperrungen, Besitzer von Eintrittskarten und wollen uns erneut eine Pizza „reinziehen“. Fündig werden wir jedoch im weiteren Stadionumfeld nicht, einzig trifft man Herrn Grünebaum in den Strassen von Cremona und so werden die weiteren Planungen kurz auf dem Gehsteig skizziert. Hungrig geht es zum Stadion Zini zurück wo man dann jedoch für sein Durchhaltevermögen belohnt wird und die Entdeckung des Wochenendes, Panini, macht.
    In Deutschland wäre das Spiel aufgrund vereister Ränge wohl abgesagt worden, der Italiener scherrt sich darum wenig (recht hat er). Die Spieler machen sich warm, der Gästeanhang ist eine Stunde vor Spielbeginn schon lauter als 90% der Kurven in Germany während des Spiels. Die Gemüter auf Heimseite werden kurz vor Anpfiff heftig erregt als ein (imho) Fernsehmann ein Transparent von der Gegengerade entfernt. Sofort hängen etliche Gestalten am Zaun zum grossen Gegengeradepuffer.
    Die Unterstützung des Heimteams fällt eigentlich gar nicht so schlecht aus, allerdings hat man heute gegen die grosse Übermacht aus Brescia im Gästeblock wenig zu melden.
    Besser ergeht es dem Team um US Cremonese, die erspielen sich einige ganz grosse Möglichkeiten die aber armselig vergeben werden. Für uns ne Schau wie erregt die Spieler daraufhin von den Rängen beschimpft werden. Wort des Monats (mindestens): Dilitanti.
    Einmal will es aber doch mit einer schönen Bude klappen und so führt der absolute Abstiegskandidat aus Cremona mit 1:0 zur Pause gegen den Absteiger aus der Serie A.
    Im zweiten Abschnitt kann dann die Mannschaft aus Brescia das Ergebnis egalisieren während Ihr Anhang das hohe Niveau zu halten vermag. So können wohl am Ende beide Parteien mit dem Unentschieden leben und wir sehen kurz nach Wiederankunft in unserer Bleibe schon sämtliche Berichte aus der Serie B aus Rai Tre.
    Dabei wird in Italien etwas anders vorgegangen als bei der hiesigen Sportschau. So wird gleich zu Beginn des Berichts das Endergebnis eingeblendet und der Reporter gibt ein paar Kommentare zum Spiel zum Besten. Dann werden in schnellerer Schnitttechnik als gewohnt die besten Spielszenen gezeigt bevor jedes Spiel ausgiebigst im Studio von zig Experten diskutiert wird.
    Uns hungert inzwischen gewaltig und so steht erneut die Suche nach einer Pizzeria auf dem Stundenplan. Der Erstbeste wird dann ingnoriert, ist doch nicht ganz klar ob dort auch Sitzmöglichkeiten bestehen. So wird aus dem Essengehen eine mehr als ausführliche Stadtbegehung, die Cremona aber auch mehr als verdient hat. Uns gelingt es über mehere km nicht in dieser italienischen Stadt ein Pizzaria Restaurante ausfindig zu machen, dafür sehen wir allerhand Sehenswürdigkeiten. Aber auch hier wird unser Durchhaltevermögen letztendlich belohnt und wir speisen mit allem drum und dran ganz nach unser Facon.
    Nach diesem guten Essen müssen die Kalorien wieder abtrainiert werden und so verlaufen wir uns nochmal extra in der Kleinstadt bis wir wieder unser Albergo erreichen.
    Hier interessieren sofort die Ergebnisse der Serie A, kein Problem, natürlich werden auf 2 Sendern beide Abendspiele der Eliteklasse über Stunden diskutiert ohne je eine Spielszene zu zeigen. Besonders erheiternd auch noch die Schinkenwerbung im Fangesang-Style.
    Das im Preis inbegriffene Frühstück fällt etwas mager aus, mehr als einen starken Kaffee hat unser asiatischer Gastgeber nicht für uns parat. So das Zimmer bezahlt und nochmal ab in ein örtliches Cafe (natürlich auch wieder in fernöstlicher Hand) um sich dort Panini und Gazzetta dello Sport zu widmen. Dann rollen wir die 200 km bis Padova.
    Am, für Drittligamaßstäbe, völlig überdimensionierten Euganeo treffen wir dabei viel zu früh ein und nachdem die Dynamo Dresden-Aufkleber am Eingang auch nur eher kurzfristigen Unterhaltungswert haben fahren wir in die Stadt wo aber mein Kulturbedürfnis eher mager ausgeprägt ist. So bleibt es bei einer interessanten Lehrstunde Wie fahre ich Zug in Italien bevor wir, noch immer viel zu zeitig, wieder am Kassenhäuschen rumlungern. Tickets für die Heimkurve dürfen es sein, natürlich im freien Verkauf. Der Versuche einer Stadionrunde endet auf halber Strecke, der Einlass in den Block lässt auch noch auf sich warten.
    Endlich ist es aber ein paar Grad wärmer und die Sonne verwöhnt uns auf den Stufen der Tribüne. Der Essensstand der Ultras Padova hat zu Nobbi’s Bedauern nur Kräcker und Pils im Angebot, so werden wir unsere Mägen vertrösten müssen.
    Die einheimischen Anhänger sind schon fleissig am Werkeln, lange Spruchbänder werden aufgehängt, dazu etliche Zaunfahnen. Und auch wenn auch bei diesem Intro Pyro Fehlanzeige ist so sind wir äußerst positiv überrascht über die Stimmgewalt der Einheimischen.
    Der Gästeanhang widmet sich da eher dem Sonnenbad während der kompletten Spielzeit.
    Früh im Spiel wird das ambitionierte Heimteam durch eine rote Karte dezimiert, trotzdem fällt die Führung und der überzeugende Support der UP kann von einem Torjubel unterbrochen werden. Auch so ist in jeder Spielminute zu sehen wer wo in der Tabelle sein Dasein fristet. Kurz vor Ende fällt dann die endgültige Entscheidung durch einen sehenswerten Treffer, gefolgt von einem fetten Torjubel des Schützen. Alle sind happy und der Schiri kriegt auch nicht genug von diesem Match, lässt er doch nicht nachvollziehbar ganze 7 Minuten nachspielen. Sei es drum, mit Abpfiff verlassen wir das schöne Stadion und begeben uns auf den Heimweg.
    Bei Vomp speisen wir nochmals vorzüglich und wehren uns während des Auftankens gegen die übereifrigen Serviceleute der OMV-Tankstelle bevor wir die letzten km bis Pfaffenhofen absolvieren. Dann werden dem Astra bis Kelheim die Sporen gegeben um einigermassen früh in die Heia zu kommen. Eine lohnenswerte Tour ging damit zu Ende.


    Zico

    Nobbi:
    Ihr habt aus zwei Gründen gewonnen:


    1. hattet ihr danach diese Fanfete und die SGE ist ungern Spielverderber.
    und
    2. hatte ich das mit einem Arbeitskollegen der Borussia-Fan ist so ausgemacht. Ihr gewinnt am 17-12-05 und wir dann am 13.06.2006, vielleicht braucht ja die SGE da noch die Punkte, kurzum ihr habt es mir zu verdanken...


    aber mal ernsthaft, denke durchaus dass der Sieg des VFL so in Ordnung geht. Das 1:2 war zwar sehr glücklich (Rehmer günstig zu verkaufen.Wer will?), alles was danach kam aber Können.


    Zico


    P.S: Und zum Thema Hafe als Sportmanager beim Geißbock???
    Manager Ja: Ich würde fast wetten er versteht noch mehr von Finanzplanung als Meier... :-)
    Trainer Nein: Wenn ich sehe was Hafe immer auf unseren gemeinsamen Spielbesuchen den armen Akteuren entgegenbrüllt.... :-)

    Eigentlich antworte ich Dir nur um Dir vollkommen Recht zu geben.
    Die Liga agiert ohne Mut und Ziel, keine Visionen,keine Perspektiven.
    Damit wird dann auch noch viel Geld verbraten dass man doch ach so dringend benötigt....konzeptlose Liga. Absolut.
    Frischer Wind täte gut.


    Zico

    Wieso hat Bayern dort nix verloren?
    Objektiv sehe ich das Team, insbesondere in der Abwehr, verbessert und gereift. Ergo vom Anspruch her dieses Jahr Halbfinale.
    Imho wäre Bayern gegen Milan weitergekommen wenn die Spiele jetzt gewesen wäre weil Milan derzeit massiv schwächelt.
    Wie das im Februar dann aussieht ist eine andere Sache.


    Zico