Doppel-Wechsel perfekt: Ismael zu Bayern, Frings nach Bremen
Der spektakuläre Doppel-Wechsel von
Abwehrspieler Valérien Ismael vom SV Werder Bremen zum FC Bayern
München und des deutschen Nationalspielers Torsten Frings in
umgekehrter Richtung ist perfekt. Die beiden Fußball-Bundesligisten
bestätigten am Freitag das erwartete Tauschgeschäft, über die
finanziellen Konditionen hüllten sie sich in Stillschweigen.
Unter dem Strich dürfte allerdings für die Bremer ein Transfer-
Gewinn stehen, der sich auf mindestens drei Millionen Euro belaufen
dürfte. Der 29-jährige Ismael und der ein Jahr jüngere Frings
erhalten bei ihren neuen Vereinen jeweils Dreijahresverträge. Einen
Nachfolger für Ismael, was eigentlich Voraussetzung für einen
entsprechenden «Deal» mit den Bayern sein sollte, präsentierten die
Bremer am Freitag nicht. Top-Kandidat ist Sylvain Mansoreau vom
französischen Erstligisten FC Sochaux.
Nach dem Verlust von Robert Kovac haben die Bayern mit Ismael
ihren Wunschspieler für die Innenverteidigung erhalten. Manager Uli
Hoeneß sieht nach der Verpflichtung des Franzosen auch keinen
weiteren Handlungsbedarf in der Abwehrzentrale mehr. «Wenn wir Ismael
kriegen, haben wir mit ihm, Lucio und Martin Demichelis drei
erstklassige Spieler. Das reicht», hatte Hoeneß erklärt. Ismael ist
nach dem allerdings langfristig verletzten Rückkehrer Philipp Lahm
(VfB Stuttgart) und dem Iraner Ali Karimi (Dubai) der dritte und
vermutlich letzte Neuzugang beim Rekordmeister.
Ismael, der vor zwei Jahren für nur 600 000 Euro von Racing
Straßburg nach Bremen gewechselt und mit dem SV Werder im vergangenen
Jahr auf Anhieb Meister und Pokalsieger geworden war, wollte
unbedingt nach München wechseln: «Bayern ist ein großer Club auf
einer Stufe mit Real Madrid oder Juventus Turin. Ich wäre verrückt,
wenn ich das nicht machen würde», hatte er nach der Kontaktaufnahme
der Bayern gesagt. Neben einer geschätzten Verdreifachung seines
Gehaltes von 700 000 auf rund zwei Millionen Euro rechnet sich Ismael
bei den Bayern auch bessere Chancen auf eine Berufung in die
französische Nationalmannschaft und eine mögliche WM-Teilnahme 2006
in Deutschland aus.
Der vorzeitige Abschied von Frings, dessen Vertrag noch bis 2007
lief, ist sportlich kein erheblicher Verlust für den deutschen
Meister. Der Nationalspieler, für den die Bayern vor einem Jahr neun
Millionen Euro an Borussia Dortmund gezahlt hatten, konnte die
Erwartungen von Trainer Felix Magath und der Vereinsführung in seinem
Premieren-Jahr nicht erfüllen. Seine Rückkehr nach Bremen entschärft
darüber hinaus den von Hoeneß als «unmenschlich» bezeichneten
Konkurrenzkampf im personell überbesetzten Bayern-Mittelfeld.
Anders in Bremen: Bei seinem zweiten Engagement beim SV Werder,
für den Frings bereits zwischen 1996 und 2002 insgesamt 162
Bundesligaspiele (16 Tore) absolvierte und mit dem er 1999 den DFB-
Pokal gewann, soll der Rückkehrer die Lücke im Mittelfeld schließen,
die sein Nationalmannschafts-Kollege Fabian Ernst mit seinem Wechsel
zum FC Schalke 04 hinterlässt. Die Gehaltseinbußen, die Frings in
Bremen in Kauf nehmen muss, dürften sich durch eine wahrscheinlich
ausgehandelte Abfindung seitens der Bayern für ihn erträglich
gestalten.
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Bielefeld verpflichtet Schweizer Abwehrspieler
Der 21 Jahre alte Schweizer Fußball-Profi
Christian Schwegler wechselt zu Arminia Bielefeld. Wie der
Bundesligist am Freitag mitteilte, einigten sich der Club und
Schwegler auf einen Zweijahresvertrag bis 30. Juni 2007. Schwegler
kommt vom FC Luzern nach Ostwestfalen. Zur Ablösesumme machte die
Arminia keine Angaben.
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Effenberg-Abschiedsspiel am 22. Juli mit «Tiger-Team»
Stefan Effenberg nimmt am 22. Juli (19.15
Uhr) in Mönchengladbach mit einem Spiel seines «Tiger-Teams» gegen
eine Auswahl von «Heroes» endgültig Abschied vom aktiven Fußball.
Dabei wird eine Vielzahl ehemaliger Mitspieler Effenbergs auflaufen.
Der Vize-Europameister von 1992 und Champions-League-Gewinner von
2001 kündigte am Freitag in Mönchengladbach das Mitwirken von Stars
wie Oliver Kahn, Gabriel Batistuta, Lothar Matthäus, Jürgen Kohler,
Martin Dahlin oder Rudi Völler an. Erwartet werden auch Trainer
Ottmar Hitzfeld oder der frühere Wimbledonsieger Michael Stich. Der
Erlös der Partie kommt sozialen Einrichtungen zu Gute.
Effenberg war in seiner aktiven Laufbahn für Borussia
Mönchengladbach, Bayern München, AC Florenz, VfL Wolfsburg und Al
Arabi/Katar aktiv. «Ich habe hier meinen ersten Profivertrag bekommen
und habe mit der Borussia meinen ersten großen Titel geholt»,
begründete der 36 Jahre alte Effenberg die Wahl von Mönchengladbach
als Austragungsort für seinen Ausstand. Der 35-malige Nationalspieler
war von 1987 bis 1990 und von 1994 bis 1998 Profi beim fünfmaligen
deutschen Meister vom Niederrhein.
Effenberg bekannte, dass er am liebsten im alten und vor dem
Abriss stehenden Bökelberg-Stadion gespielt hätte, für das am 25.
Juni eine große Fan-Party stattfindet. «Aber das ist nicht mehr
möglich, und deswegen spiele ich gern im neuen Stadion im Nordpark»,
sagte der ehemalige Mittelfeld-Star. Für die Borussia bestritt er 191
Bundesliga-Partien und erzielte dabei 33 Tore. In der Bundesliga ließ
er seine Karriere in der Saison 2002/2003 mit 19 Einsätzen beim VfL
Wolfsburg ausklingen.