und hier der 2.Teil mit Berichten in Kurzform
29.04.06, 17.00 Uhr:
Sönderjysk Elitesport - Aarhus GF 1:0
SAS-Ligaen, Haderslev, Haderslev Fodboldstadion, 2.300 Zuschauer
Der Wecker klingelt wieder viel zu früh und um 6 Uhr treffe ich mich am bewährten Treffpunkt in Tennenlohe mit Hafermann und Sohnemann. Mit einem Fiat Punto geht’s nun Richtung Norden. Bis Hamburg läuft alles problemlos, dann gibt es ein bißchen Stau, ist aber nicht weiter der Rede wert. An einem Autohof bei Neumünster essen wir Mittag und zwei Stunden vor Anpfiff sind wir schon in Haderslev, einer Kleinstadt gut 50 km hinter Flensburg. Dort findet in einer Sporthalle am Stadion gerade eine Abiturfeier statt. Ganz nett anzusehen, was da so alles vorfährt, aber irgendwann wird’s auch langweilig. Also holen wir uns Karten und gehen ins Stadion. Dieses ist ein reines Fußballstadion mit überdachter Haupttribüne mit blauen Sitzen, ansonsten gibt es rundrum unüberdachte Stehplätze. Eine Kurve dient als Gästeblock, vier Flutlichtmasten und zwei Anzeigetafeln gibt es auch noch zu sehen. Bei der heutigen Begegnung trifft der Vorletzte auf den Letzten. Aarhus steht schon als Absteiger fest, die Gastgeber haben auch nur noch theoretische Chancen auf den Klassenerhalt. Dennoch sind etwa 150 Fans aus Aarhus runtergekommen, die auch ganz ordentlich Stimmung verbreiten, sich aber desöfteren mit dem Ordnungsdienst anlegen. Auf heimischer Seite ist der Support eher mau. Das Spiel ist auch mau, beide Seiten glänzen höchstens durch zahlreiche technische Fehler. Zur Halbzeit steht es noch 0:0. Nach dem Wechsel gelingt den Hausherren die Führung. AGF spielt nun etwas engagierter, ist aber im Abschluß zu harmlos. Es bleibt beim 1:0, womit die Gastgeber ihre Minimalchance auf den Klassenerhalt wahren. Wir fahren weiter nach Kolding, wo wir ein Zimmer im Danhostel gebucht haben. Der Schlüssel ist hinterlegt für uns, klappt alles hervorragend. Danach gehen wir in der Stadt noch Pizza essen und schauen das DFB-Pokalfinale, wobei das Ergebnis leider wieder mal erwartungsgemäß ausfällt.
30.04.06, 13.00 Uhr:
Fremad Amager BK - Lyngby BK 0:3
Viasat Sport Divisonen, Kopenhagen, Sundby Idraetspark, 1.600 Zuschauer
Am nächsten Morgen geht es vorbei an Odense über die Brücke über den großen Belt zunächst nach Köge. Dort lassen wir unser Gepäck im Danhostel und fahren danach weiter in den Kopenhagener Süden in den Stadtteil Sundbyseter. Dort spielt Fremad Amager gegen den Lokalrivalen Lyngby. Eintrittskarten gibt’s mal wieder keine. Das Spiel ist ganz ordentlich besucht und beide Seiten machen auch ganz gut Stimmung, wobei die Lyngby-Leute auch einige Rauchmittel und Bengalen einsetzen. Bratwurst kostet hier satte 40 Kronen. Nicht zu glauben, das sind ja norwegische Verhältnisse. Das Spiel der Tabellennachbarn ist nett anzusehen. Beide haben noch geringe Aufstiegschancen, realistisch gesehen sind aber wohl beide jenseits von Gut und Böse. Lyngby hat die deutlich bessere Spielanlage und führt zur Halbzeit mit 0:1. Direkt nach dem Wechsel fällt das 0:2 und nur wenig später der dritte Treffer. Fremad Amager hat nichts entgegenzusetzen und geht verdient als Verlierer vom Platz. Das Stadion hat eine überdachte Haupttribüne mit roten Sitzen sowie nicht überdachte Stehplätze auf der Gegengeraden. Die Kurven sind nicht ausgebaut. Es gibt eine elektronische Anzeigetafel, aber kein Flutlicht. Nach dem Spiel geht es zurück zum Auto und einmal quer durch die dänische Hauptstadt.
30.04.06, 17.30 Uhr:
FC Kopenhagen - Bröndby IF 0:0
SAS-Ligaen, Kopenhagen, Parken, 41.200 Zuschauer
Vorbei an einigen Sehenswürdigkeiten erreichen wir das Parken, wo zwei Stunden vor Anpfiff schon einiges los ist. Wir stellen das Auto unweit vom Stadion ab. Nach einer Runde um das Stadion treffen wir auch den Jan Witte wieder. Dem Fanshop wird noch ein Besuch abgestattet und gehen anschließend rein. Die Karten haben wir bereits vor Wochen übers Internet bestellt. Wir sitzen oberhalb der Bröndby-Kurve, fototechnisch wäre die andere Kurve wohl besser gewesen. Naja, egal. Das Parken ist ein reines Fußballstadion und hat nur Sizplätze. Alle Tribünen sind zweistöckig und im Prinzip baugleich. Flutlicht ist an den Tribünendächern angebracht, dazu gibt es zwei Videoleinwände in den Ecken. Die FCK-Fans sind im Unterrang der Gegentribüne untergebracht und bieten eine sehr schöne Choreo zu Beginn. Auch Bröndby hat eine hübsche Choreographie, die aber nur teilweise für uns zu sehen ist. Auch während des Spiels bieten beide Seiten Dauersupport, die Stimmung ist richtig gut. Der FCK ist in der Meisterschaft fünf Punkte vor Bröndby. Bei einem Sieg der Gelb-Blauen wäre die Meisterschaft wieder spannend, ansonsten wohl so gut wie entschieden. Das Spiel ist sehr stark von taktischen Zwängen geprägt, zudem auch recht kampfbetont. Torszenen sind selten. Bröndby macht im Endeffekt zu wenig, um das Spiel zu gewinnen. Am Ende ist das 0:0 leistungsgerecht, nützt aber dem FC Kopenhagen mehr. Der Abstand bleibt somit unverändert und es sollte für den FCK doch reichen, um dänischer Meister zu werden. Der Abfahrtsstau hält sich in Grenzen und nach einer Fahrt wieder quer durch Kopenhagen kommen wir zeitig wieder in Köge an. Dort gehen wir noch was essen und dann ist Augenpflege angesagt.
01.05.06, 15.00 Uhr:
Hannover 96 II - VfR Neumünster 0:0
Oberliga Nord, Hannover, Beekestadion (Ricklingen), ca. 250 Zuschauer
Nach gutem Frühstück geht es dann wieder Richtung Deutschland. Nach der Fährüberfahrt kommen wir gegen 11 Uhr in Puttgarden an. Da keine Staus angekündigt sind, beschließen wir nicht nach Büdelsdorf, wie ursprünglich geplant, sondern gleich nach Hannover zu fahren, um schon mal einige Kilometer der Heimat näher zu sein. Nach kurzem Suchen ist auch dort das Stadion gefunden, in dem eigentlich die Sportfreunde Ricklingen zu Hause sind. Aber da die Eilenriede zur Zeit wegen der WM nicht zur Verfügung steht, kicken die Amateure von 96 eben in Ricklingen. Das Beekestadion hat eine überdachte Tribüne, die in der Mitte einige Sitzplätze hat, außen gibt es Stehplätze. Auf der Gegengeraden gibt es einige unüberdachte Klappsitze, wo wir uns auch niederlassen, denn es ist erstmals richtig warm und die Sonne scheint. Aus Neumünster ist auch eine Busladung Fans mitgereist, die ihre Mannschaft im Abstiegskampf unterstützen. Für die 96er geht es um nichts mehr. Das Spiel ist schwach, beide neutralisieren sich und folgerichtig passiert nicht viel. Einziger Höhepunkt, den die etwa 250 Zuschauer sehen, ist eine rote Karte für einen Hannoveraner kurz vor Schluß. Die Strecke nach Nürnberg fahre ich dann und gegen 21.00 Uhr kommen wir wieder in Tennenlohe an und wenig später bin ich wieder zu Hause. Insgesamt eine schöne Woche im Norden. Fußball in den skandinavischen Ländern macht einfach Spaß, die Atmosphäre ist meistens nett, die Menschen sind freundlich und es wird überwiegend guter Sport geboten. Im Sommer geht es wohl wieder in den Norden, hoffentlich dann auch endlich mal nach Finnland.