Bayern Interesse an Roberto Hilbert (Spvgg Fürth)
Fürther Talent rückt in den Blickpunkt
Viel Lob für Hilbert
Harry Deutinger, der Co-Trainer der SpVgg Unterhaching, machte sich auf der Tribüne fleißig Notizen über Eintracht Trier. Aber er richtete seine Blicke auch auf einen „Kleeblatt“-Kicker, der ihm - und dies nicht erst seit Sonntag - aufgefallen ist. „Dieser Roberto Hilbert ist eines der größten Talente im deutschen Fußball und hat das Zeug zum Nationalspieler“, schwärmte er.
Ein anderer Beobachter fällte ein ähnliches Urteil. „Der Junge ist hochbegabt“, analysierte Hermann Gerland, der Amateurtrainer des FC Bayern München, der einen Blick für Talente besitzt. Ist der Klub aus der Landeshauptstadt etwa an Hilbert interessiert? „Ich schaue mir viele Spieler an“, wiegelte der ehemalige Club-Trainer ab. Fritz Popp, der Berater des ehemaligen Feuchters, kann sich aber durchaus vorstellen, dass die Bayern ein Auge auf seinen Schützling geworfen haben: „Hermann war bestimmt nicht in Fürth, um hier Schnee zu sehen.“
Kontakte aber gäbe es weder zu den Münchnern, noch zu anderen Bundesliga-Klubs. Was nicht ist, wird aber bestimmt noch kommen, wenn Hilbert - er stand bereits sechs Mal in der „Mannschaft der Woche“ des „kicker“ - seine bisher gezeigten Leistungen weiterhin bietet.
Die SpVgg Greuther Fürth kann sich glücklich schätzen, dass der 20-Jährige bei ihr bis 2007 unter Vertrag steht. Bei einem Transfer würde er eine erkleckliche Ablösesumme bescheren. Fritz Popp und Roberto Hilbert verfolgen aber andere Pläne. „Es wäre das Beste, wenn Fürth der Aufstieg in die Bundesliga gelingt“, sagen beide unisono. Unverständlich ist, dass der schnelle und technisch versierte Mittelfeldspieler - im Prinzip ist er einer der wenigen echten Rechtsaußen - vor kurzem von DFB-Trainer Dieter Eilts für die „U 21“-Nationalmannschaft nur auf Abruf nominiert worden ist. Berater Popp, der für Geduld plädiert, monierte nach dem Spiel gegen Trier (3:3) eine Schwäche: „Roberto hätte ein zweites Tor machen müssen.“
Wolf will Spieler moralisch aufrüsten
An dem bitteren Ende bei der 1:2-Niederlage in Berlin hatte Club-Trainer Wolfgang Wolf noch gestern zu knabbern. „Der eine Punkt hätte uns sehr gut getan“, schaute er verärgert zurück. Vor allem im Hinblick auf die Moral. In dieser Woche sieht sich der Pfälzer weniger als „Schleifer“ auf dem Trainingsplatz gefordert, sondern vor allem als Psychologe. Erholung und Einzelgespräche sind angesagt, „denn körperlich sind meine Spieler sehr gut drauf“. Der schwache Auftritt in der ersten Hälfte habe nicht an fehlender Fitness gelegen.
Berlin abgehakt, die Blicke sind nach vorne auf das Heimspiel gegen Bayer Leverkusen gerichtet. „Wir brauchen endlich wieder ein Erfolgserlebnis“, hat Wolf die Zeichen der Zeit erkannt. Als solches würde er angesichts der Stärke der Truppe von Klaus Augenthaler bereits ein Unentschieden sehen. Der Club-Trainer weiß genau, dass sich seine Mannschaft nicht ewig auf den 24 Punkten ausruhen kann: „Schon am Wochenende könnte sich einiges ändern, denn Bochum und Mainz haben Heimspiele.“
Eine Tatsache steht leider unwiderruflich fest: Der Wunsch nach einer Stammformation lässt sich beim 1. FCN weiter nicht erfüllen. Wolf kann auf gar keinen Fall mit Marek Nikl - dieser hat sich in Berlin eine Zerrung zugezogen - rechnen und bangt auch noch um Kapitän Tommy Larsen, der durch seine Magen- und Darmgrippe fast sechs Kilo Gewicht verloren hat.
Winkt jetzt Bartosz Bosacki die erhoffte Chance, nachdem er in Berlin erstmals wieder zum Kader gehörte? Wolfgang Wolf sieht bei dem Polen noch körperlichen Nachholbedarf, schließt aber einen Einsatz nicht völlig aus. Schlechte Papiere hat Samuel Slovak, der im Olympiastadion die Erwartungen nicht erfüllte. Er sollte, was ihm in keiner Weise gelang, auf der Außenbahn für Entlastung sorgen.
Der Trainer weiß genau, was gegen die auf einen Spitzenplatz scharfen Leverkusener ungemein wichtig ist: „Wir müssen hinten kompakter stehen und dürfen zudem im vorderen Bereich nicht zuviele Bälle verlieren.“
Welches Gesicht die Club-Truppe am Samstag haben wird, ist - wie gehabt - noch völlig offen. Gute Chancen sind aber Markus Daun und Maik Wagefeld einzuäumen, nachdem sie gegen Hertha BSC nach dem Wechsel als Joker kamen und für Belebung sorgten. Dass Mario Cantaluppi nach dem Nikl-Ausfall als Partner von Thomas Paulus in die Innenverteidigung rückt, ist zu erwarten.