Beiträge von raini

    Ich war beim Spiel in Fürth und muss ehrlich sagen, dass ich die Stuttgarter Aussagen zur eigenen Leistung nicht verstehe.
    Das Spiel war eine Katastrophe. Stuttgart hatte sich zwar ein paar Chancen erarbeitet und am Schluss wars richtig spannend, aber über weite Strecken war das aus Stuttgarter Sicht Standfußball, und selbst das hat nicht funktioniert. Ich bezeichne es als absolute Arbeitsverweigerung.

    Nach langer langer Zeit besuche ich mal wieder ein Länderspiel der deutschen Frauen-Nationalmannschaft und bin positiv überrascht. Früher ging es langsam mit netten Spielzügen. Doch dann wurde es schnell und es gab auf Grund mangelhafter technischer Fähigkeiten nur noch Gestolpere. Diesmal aber ein ganz nettes Spiel, trotz Schnelligkeit. Aber von vorne...


    Um 15 Uhr machten wir uns in Nürnberg auf den Weg, zu dritt in einem netten Auto. In Augsburg waren wir schnell, ungefähr 75 Minuten vor Spielbeginn. Nun liegt die Impuls-Arena ganz im Süden der Stadt, wir kamen aber von Norden und mussten so durch ganz Ausgburg durch. Das wäre an sich nicht problematisch, wenn nicht die B300 durch eine Baustelle blockiert wäre und die Umleitung selten dämlich wäre. Freunde von uns haben einen anderen Weg gewählt, der sich als fünf Minuten schneller herausgestellt hatte, also nicht sehr lohnenswert, gemessen an der benötigten Fahrtzeit. In Augsburg angekommen um 16.45 haben wir ja noch ne Menge Zeit, dachten wir. Am Ende der Umleitung angekommen um 17.45 Uhr waren wir schon extrem nervös, ob wir es noch schaffen würden. Doch dann ging es endlich voran und wir kamen fünf Minuten vor Spielbeginn am Stadion an. Wir sehen Parkplätze, aber was erzählen die Ordner? Parkplatz voll, wir müssen zurück zur Messe, von dort gäbe es Shuttle-Busse. Wir also zurück zur Messe. Auf dem Weg sehen wir Horden zum Stadion strömen. Das halbe Stadion muss zu spät gekommen sein, so viele Menschen wie fünf Minuten vor Anpfiff noch einen Kilometer entfernt liefen. Wir parkten dann am Messegelände und warteten und warteten. Sage und schreibe 3 Shuttle-Busse gab es. Lächerlich! Das Stadion war ausverkauft, das war vorher bekannt. Und dann setzen sie 3 Busse ein? Wir quetschten uns rein, als einer der Busse endlich erschien, aber draußen standen immer noch Leute. Dann fuhr der Bus los und er brauchte ewig. Wir waren die Strecke zuvor ja auch gefahren, das ist nicht weit. Doch der Bus brauchte Ewigkeiten. Endlich angekommen rannten wir fast zum Stadion und auf unsere Plätze, wo die ebenfalls gereisten Freunde seit ca 5 Minuten saßen, sie kamen ebenfalls zu spät, auch auf Grund des Verkehrschaos in der ganzen Stadt.


    Das Spiel war recht munter, Deutschland überlegen, aber im Abschluss nicht konzentriert genug. Der letzte Pass kam eigentlich nie an. Besonders negativ aufgefallen war hier Kerstin Garefrekes. Auch Birgit Prinz ist seit Jahren ein Schatten ihrer selbst, so dass ich gar nicht verstehe, wie sie Weltfußballerin werden konnte. Die Abwehr machte ihre Sache eigentlich recht gut, bis auf ein Mal. EIn klassisches Missverständnis zwischen Torhüterin und Abwehr, Nadine Angerer zu weit draußen und Abby Wambach köpft den Ball locker über sie ins Tor. In der zweiten Hälfte drückte Deutschland erneut, aber nach wie vor zu hektisch und ungenau. Gefährlich wurde es immer, wenn sich Linda Bresonik mit nach vorne einmischte. Positiv aufgefallen sind außerdem Saskia Bartusiak und Kim Kulig. Und die Schuhe. Wir alle wollen auch solche Schuhe :-) Puma V1.10.


    Nach dem Spiel wurde noch die Gastronomie getestet und für ordentlich befunden. Man braucht in Augsburg nun auch eine Paycard, doch daran gewöhnt man sich so langsam. Nach Ewigkeiten machten wir uns auf zum Shuttle-Service, wo ganze Horden warteten. Wie ließen einige Busse fahren, ohne auch nur das Einsteigen zu versuchen. Beim ca 6. Bus passten wir immer noch nicht rein, mit dem nächsten klappte es aber - gerade so. Von der Messe verlief die Abfahrt problemlos - wurde ja auch Zeit, dass mal was klappte. Wir kamen gut nachhause und hatten eine Menge Spaß, aber Augsburg?! Das ist ein totales Chaos, inakzeptabel!

    Am frühen Nachmittag machten wir uns in Richtung Sundsvall auf, eine knappe Stunde von meiner Unterkunft entfernt. Wir fuhren mit dem PKW, die Fahrt war sehr angenehm, Sundsvall übersichtlich. Parkplatz am Stadion war leicht zu finden und ab 18 Uhr kostenfrei, so dass wir nur noch ein paar wenige Kronen einwerfen mussten.


    Das Stadion war noch geschlossen, daher erst mal in die City. Von einem befreundeten GIF-Supporter haben wir einen netten Tipp bekommen, wir besuchten O'Learys, wo sich vor den Spielen viele Fans aufhalten. Die Preise dort gesalzen (mein Burger 119 Kronen, Angelas Sandwich 90 Kronen), aber das Essen sehr lecker und die Stimmung gut. Sitzen kann man drinnen und draussen, Ausstattung sehr nett. Ist also auf jeden Fall zu empfehlen, trotz der Preise.


    Nach dem Dinner dann ab zum Stadion, wir wollten stehen, was sich dann schon fast als Fehler heraus stellte. Für die Stehplätze gibt es nämlich keine Tickets. Ich habe ein Programm und Fotos vom Match und einen Pin, aber keine Eintrittskarte. Ich hab dann immerhin noch eine am Boden gefunden und mitgenommen, damit ich wenigstens weiss, wie sie aussehen, auch wenn das eine Freikarte war und mein Eintritt nicht frei war. 100 Kronen für den Stehplatz war aber ein netter Preis und die Plätze auch in guter Lage am Ende der Gegengerade.


    Das Stadion selbst ist sehr interessant. Die Haupttribüne besteht eigentlich aus einem Gebäude mit weissen Wänden und vielen Fenstern, in das irgendwie die Tribüne integriert ist. Sieht sehr strange aus, ungewöhnlich. Aber immer besser als Copy/Paste. An beiden Enden der Haupttribüne findet man einen Abschluss, der an das Mailänder Stadion erinnert. Auf dessen Dächern befinden sich zwei der vier Flutlichtmasten und auf einem auch ein überdimensionaler Fussball. Hinten beiden Toren befinden sich unüberdachte Sitzplätze, eine der Tribünen war mit Jugendmannschaften aus dem ganzen Distrikt gut gefüllt. Die Gegengerade ist überdacht und besteht fast nur aus Sitzplätzen, nur ein kleiner Teil beherbergt Stehplätze.


    Das Spiel begann recht munter mit viel Druck von Sundsvall (derzeit Tabellenvierter). Mjällby (Erster) brauchte eine Weile, um ins Spiel zu kommen und so stand es bereits nach zehn Minuten 1:0. Dann wurde Mjällby stärker und erarbeitete sich auch einige Chancen. Ausgleichen konnten sie jedoch erst in der zweiten Halbzeit, das allerdings mitten in einer Druckphase der Hausherren. Sundsvall spielte nicht energisch genug und machte in der Abwehr haarsträubende Fehler. Was dem Team gut täte wäre definitiv ein Torhüter. Was da im Tor stand, war sicher Keiner. Ich glaube, im ganzen Spiel hat er nur zwei mal einen Ball fangen können, alles Andere wurde abgeklatscht oder verpasst. Die meiste Gefahr ging tatsächlich vom eigenen Torhüter aus und so ist es auch kein Wunder, dass der Ausgleich nach einen katastrophalem Torwartfehler fiel. Der klatschte den Ball locker in die Mitte ab, vor die Füsse eines gegnerischen Stürmers, der sich dann die Ecke aussuchen konnte.


    Der Support war übrigens ganz nett. Zwar nur ein kleiner Haufen, aber sehr ausdauernd. Auch ohne Megaphon mit stumpfsinnigem Vorgesinge sondern dem Spielverlauf entsprechend und spontan. Mjällby hatte leider keinen Support dabei.

    07.08.09: SV Seligenporten - TSV Aindling 1:3
     
    Ich habe beschlossen, in den nächsten Monaten die nähere Umgebung abzugrasen und dort mal alle League-Grounds zu machen, und da kommt mir so ein Freitag-Abend-Spiel in Seligenporten sehr gelegen. Auf Grund eines Friseurtermins wurde es tatsächlich knapp, ich ahnte nicht, dass ich über eien Stunde dort sitzen würde... Rückwärts gabs dann noch Probleme mit der U-Bahn, so dass ich nur noch eine halbe Stunde Zeit hatte, um von Nürnberg hin zu fahren und den Ground zu finden. Das gestaltete sich jedoch nicht als schwierig, der iM Radio angesagte Stop and Go-Verkehr hatte sich bereits aufgelöst und innerhalb von 20 Minuten waren wir in Seligenporten. Das Stadion zu finden ist easy, also nichts wie rein. Frauen automatisch ermäßigt, und doch sind noch 5,50 Euro fällig.
    Wir suchten uns dann einen Platz auf Höhe der Mittellinie auf der Stehplatzseite, direkt unter der Sprecherkabine. Das Station ist ja irgendwie ganz nett, die hohen Werbebanden sehen zwar etwas komisch aus, aber die Tribüne gefällt mir. 500 Zuschauer fanden sich dort ein, um das Spiel zu sehen. Netterweise hat man von überall Blick auf den Platz, so dass ich während des Spiels ein Bratwurstbrötchen holen konnte, ohne etwas zu verpassen. Die Wurst war okay, 2,50 Euro Standardpreis. Getränke für 2 Euro empfand ich bei dem Wetter als sehr angenehm.
    Das Spiel war recht ausgeglichen, wirklich gefährlich waren beide Teams lange nicht. Seligenporten ging dann nach einem schönen Spielzug in Führung. Sie hatten noch nicht ausgejubelt, fiel allerdings bereits der Ausgleich. Man hatte wirklich den Eindruck, sie seien noch nicht wieder wirklich bei der Sache. Der Aindlinger Führungstreffer fiel dann nach einem dämlichen Abwehrfehler, sah aus wie eine Schülermannschaft. Wenn drei sich nicht einig sind, freut sich der Vierte. Seligenporten drückte dann noch mal, Zählbares kam allerdings nicht heraus. Aindling spielte relativ clever und machte nach einem Konter noch das dritte Tor. Leistungsgerecht wäre eher ein Unentschieden gewesen.
    Support kann man kaum ausmachen. Aindling trommelt und lässt ab und so einen kurzen Schlachtruf hören. Seligenporten ist nur vor Standards laut, als die Trommelfreunde die Bande als Trommel nutzen.
    Nach dem Spiel gings direkt wieder zurück nach Nürnberg.
     
     
    08.08.09: FC Ingolstadt 04 - Rot-Weiß Erfurt 5:0
    Da ich Ingolstadt letzte Saison verpasst habe, musste es nun zu Saisonbeginn sein. Mit dem Bayernticket ging es nach Ingolstadt, und dank blöder Zugzeiten war ich zwei Stunden zu früh am Stadion, das ja gleich neben dem Bahnhof liegt. Rückwärts erwies sich das als praktisch, schaffte ich doch den Zug, der 19 Minuten nach Abpfiff fuhr.
    Die Kassen waren bei meiner Ankunft schon geöffnet, ich holte mir einen Nebentribünenplatz für 15 Euro. Dort saß ich gemütlich in der Sonne, dementsprechend gebruzelt sehe ich jetzt auch aus. Inklusive weißer Brille im Gesicht. 2400 Zuschauer verliefen sich im Rund, das genau genommen gar kein Rund ist. Tribünen gibt es nur an der Längsseite des Spielfelds. Eine Seite reine Sitzplätze, davon nur die Mitte überdacht. Die gegenüberliegende Seite reine Stehplätze. An einer Torseite gibt es auch noch einen Vip-Kasten aus Metall und Glas sowie eine elektronische Anzeigentafel. Die hatte heute gehörig zu tun!
    Zunächst war das Spiel grauenhaft, Geplänkel hin und her und es gab schon schnell einige Pfiffe zu hören. Essen startete mit starken Support, wurde aber sehr schnell leise. Von Ingolstadt hatte ich generell etwas mehr erwartet, für ein Heimspiel war das gar nichts. Bei dem Spiel am Anfang allerdings auch kein Wunder, dass es nicht laut wurde. Bälle wurden hin und her geschoben und immer wieder zurück zum Torhüter, besonders auf Schanzer Seite. Dann kam nach einer halben Stunde ein überraschender Doppelschlag von Moritz Hartmann. Innerhalb von zwei Minuten erzielte er zwei Tore, beide ziemlich ähnlich herausgespielt. Erfurt versuchte danach noch einmal kurz, sich zu wehren, wurde aber nicht ernsthaft gefährlich. Ingolstadt hatte dann leichtes Spiel, als die Erfurter von Schmährufen und Misserfolgen demoralisiert aufgaben. So fiel dann ein Tor nach dem Anderen. Fünf Tore habe ich schon lange nicht mehr gesehen, und dann waren es auch noch fünf verdiente, dem Spielverlauf entsprechend.
    Die Bratwurst war übrigens nicht so besonders und die Getränke mit 3 Euro doch recht teuer, vor Allem bei dem Wetter.

    Freitag, 4.40 Uhr: Mein Wecker reißt mich aus den Träumen. Also fertig
    machen, noch die letzten Kleinigkeiten einräumen, zum Beispiel die Cam, die
    gerade aufgeladen wurde. Dann die Tasche nehmen und auf den Roller schwingen
    und zum Flughafen fahren. Kein Problem, denkt man. Aber: es war so neblig,
    dass ich auf der kurzen Fahrt klatschnass wurde. Zudem waren die Straßen
    schmierig und ich musste langsam vor mich hin zuckeln. Zwei Minuten vor
    Check-In-Schluss erreichte ich meinen Schalter und wurde mit den Worten
    empfangen, dass man schon auf mich warte. Ich solle mich beeilen, das
    Flugzeug sei startbereit. Ich renne hoch die Treppen zur Security und sehe
    Schlagen. Ich geh hin und mit einem "Mein Flugzeug wartet schon auf mich,
    dürfte ich bitte ausnahmsweise nach vorne?". Der Dritte fragt "Wohin wollen
    Sie denn?". Ich sage London und alle, die ich bereits hinter mir gelassen
    habe stellen fest, dass wir das gleiche Flugziel haben. Also wieder nach
    hinten und brav anstellen. Check kein Problem, dann erst mal Relaxen im
    Flugzeug. Ich liebe Fliegen, also kein Problem. Sonnenaufgang über den
    Wolken ist übrigens auch nicht schlecht.
    Um 6.50 Uhr Ortszeit war ich dann in London und wollte mein Auto holen bei
    Sixt. Aber.... Sixt gibt es am Flughafen nicht. Ich schaue auf meine
    Reservierung und sehe, dass dort Stansted steht. Da bin ich ja. Nun, okay,
    als ich den Stand partout nicht finden kann, frag ich mal bei der Polizei
    nach, die da so rumsteht. Sie erzählen mir, dass Sixt hier keinen Desk hat
    sondern es einen Transfer zur Niederlassung gibt, der am Busbahnhof startet.
    Hätte Sixt mir das nicht mitteilen können? Naja, gut, ich gehe zum Transfer
    und stehe und stehe und stehe. Dann kommt endlich ein Sixt-Kleinbus mit
    Leuten an Bord, die gerade zum Airport gebracht werden. Der Fahrer wusste
    nicht mal, dass er mich mitnehmen muss. Irgendwie wurde ich anscheinend
    halbwegs vergessen. Naja, er hat mich aber mitgenommen und ein Auto hab ich
    auch bekommen, einen VW Polo.
    Dann fuhr ich erst mal nach Eversley zu meiner Unterkunft. Da Staus
    angezeigt waren, dachte ich mir, ich bin mal schlau, und fahr andersrum auf
    der Ringautobahn um London rum. Was ich nicht wusste ist, dass ein
    Teilabschnitt mautpflichtig ist. Ich hatte noch kein englisches Geld geholt
    und musste Maut zahlen. Die Dame erklärte mir freundlich, dass sie auch Euro
    nehmen und dachte sich wahrscheinlich "Schon wieder so ein Idiot". Als
    Gegenleistung bekam ich eine Brücke über die Themse, ähnlich der
    Köhlbrandbrücke in Hamburg. Geile Sicht, das eine Pfund auf jeden Fall wert.
    Danach verlief alles reibungslos, links fahren ist sowieso kein Problem,
    aber das wusste ich ja vorher schon. Bei meiner Unterkunft angekommen, gab
    es erst mal ein extra zubereitetes Frühstück. Dann ein wenig unterhalten mit
    Ilse (mir aus vielen früheren Urlauben bereits bekannt und vertraut und lieb
    gewonnen). Anschließend entschied ich mich gegen eine Runde Schlaf und für
    eine sofortige Fahrt nach Bristol. Auch diese Fahrt verlief ohne Probleme,
    auch die Wegbeshreibung der Rovers war recht gut und ich fand das Stadion
    sofort. War allerdings viel viel viel zu früh da. Es war grad mal 13 Uhr und
    ich bereits dort, Anpfiff sollte um 19.45 Uhr sein. Also erst mal durch die
    Straßen laufen, bisschen Sightseeing. Naja, ehrlich gesagt gab es nicht so
    viel zu sehen. Ne Menge indischer Kleinrestaurants, ein paar Wäschereien und
    ein Supermarkt. Ich suchte ne Weile nach nem Geldautomaten und holte mir mal
    100 Pfund. Rein in den Supermarkt und ein Sandwich (wie ich diese Teile
    liebe) und was zu trinken geholt und dann zurück zum Auto zum Verstauen.
    Dann wollte ich zwei Kirchen besichtigen, die von außen ganz nett aussahen,
    aber verschlossen waren.
    Naja, okay, also bin ich zum Stadion und hab mir das Teil mal in Helligkeit
    von Innen angesehen. Hab mir dann auch im Shop gleich mein Ticket geholt und
    nen Pin mitgenommen. Dann bin ich auf die Tribüne gegangen und hab Fotos
    gemacht und bin so halb ums Stadion rumgelaufen. Dummerweise hatte ich
    anschließend immer noch ca 4,5 Stunden zu überbrücken. Dann kam ich auf die
    Idee, im Auto ein wenig zu schlafen. Ich parkte im Wohngebiet in einer
    kleinen Straße. Allerdings war da so viel Fußgängerverkehr, dass an Schlaf
    nicht zu denken war - hab mich zu beobachtet gefühlt. Zumindest konnte ich
    aber noch ein bisschen ausruhen. Eineinhalb Stunden vor dem Spiel machte ich
    mich wieder auf und woltle Fish and Chips essen. Die beiden Läden, die das
    anboten, gefielen mir aber nicht so gut, so dass ich beschloss, im Stadion
    zu essen. Eigentlich ja sowieso Pflicht. Also zum Stadion, Programmheft
    gekauft und drauf gewartet, dass die Tore geöffnet werden.
    In einem anderen Bericht hab ich gestern die Umschreibung "klaustrophobische
    Turnstiles" gelesen. Und ich kann dem nur zustimmen. Immerhin waren die
    Eingangskontrollen aber recht lasch, so dass ich meinen Foto problemlos mit
    rein bekam. Das Stadion füllte sich erstaunlich früh. Dazu muss man sagen,
    dass ein großer Teil des Runds noch Stehplätze hat, flächentechnisch ca die
    Hälfte. Ich befand mich auf eben solchen, auf der Uplands Terrace.
    Gegengerade unten, über uns die Sitzplätze. Rechts von mir eine komplette
    Stehplatzseite, das Blackthorn End. Dort fanden sich auch die "Harten" ein,
    die schon vor dem Spiel und auch durchgehend sangen. Insgesamt waren 7173
    Zuschauer da, und ich finde, für dritte Liga ist das gar nicht so schlecht.
    Zumal die Stimmung wirklich gut war. Gegner Scunthorpe kam mit zwei
    Reisebussen, war allerdings nur ein wenig beim Torjubel zu hören, Support
    gab es nur von den Heimfans.
    Vor dem Anfpiff holte ich mir dann ein handmade Cornish Pastie. Vorher
    wusste ich nicht wirklich, was das ist. Danach wusste ich, dass es ein
    ziemlich triefendes Etwas ist, ein Teig, der sich anfühlte wie eine Mischung
    aus Mürbeteig und Blätterteig, gefüllt mit Kartoffeln, ein wenig Hackfleisch
    und unidentifizierbarem Gemüse. Geschmacklich nicht wirklich der Burner.
    Relativ langweilig.
    Das Spiel an sich war nicht besonders gut, aber ich hab auch schon
    schlechtere gesehen. Die Durchschlagskraft im Angriff ließ mal wieder zu
    wünschen übrig, besonders der so hochgejubelte Jo Kuffour hat mich ziemlich
    enttäuscht. Ca Mitte der ersten Hälfte fiel dann das erste Tor nach einem
    Freistoß, nachdem zuvor nach Freistoß schon mal Alu getroffen wurde. Das Tor
    fiel allerdings für Scunthorpe, die dann auch mit einer 1:0-Führung in die
    Pause gingen. In der zweiten Hälfte verstärkten die Rovers dann den Druck
    und kamen auch zum Ausgleichstreffer per Kopf. Jedoch schon zehn Minuten
    später stellte Scunthorpe die Führung wieder her. Kurz danach wurde auch
    endlich Kuffour ausgewechselt, doch auch sein Ersatz brachte nichts
    Zählbares mehr. Die Rovers verloren also das Spiel mit 1:2. Drei Tore, ein
    tolles Stadion, 90 Minuten Nieselregen überlebt (fast eher Sprühregen),
    nette Gesellschaft, geile Stimmung. War okay. Danach hieß es aber ab ins
    Auto und zurück as fast as possible. Erstaunlich schnell kam ich durch,
    brauchte nur 1,5 Stunden für die Strecke (ohne zu schnell zu fahren,
    zumindest nie mehr als 10 mph). Es war einfach wunderbar leer. Um Elf lag
    ich also im Bett und begann, tief und fest zu schlafen. mnachdem ich
    aufgegeben hatte, darüber nachzudenken, warum die Rovers sich GAS nennen.
    Am nächsten Morgen wachte ich ohne Wecker auf, scheinte also ausgeschlafen
    zu haben. In Ruhe geduscht und gefrühstückt (herrlich, dieses Frühstück bei
    Ilse, hat einfach was von Tradition, seit ich vor 10 Jahren zum ersten Mal
    dort war, läuft es immer gleich ab). Dann unterhielten wir uns noch ne Weile
    über alle möglichen uns beiden Bekannten und anschließend fuhr ich nach
    London.
    Dort halte ich es immer so, bis Kew Gardens mit dem Auto zu fahren, weil man
    dort kostenlos parken kann und Tube-Zugang hat und außerdem die Anfahrt
    dorthin easy ist. Vorausgesetzt, England spielt nicht im Twickenham Rugby
    Ground gegen Australien. Sold Out. Ich muss aber da dran vorbei. Ich stand
    im Stau - ewig. Das Dumme daran war eigentlich nur, dass ich so dringend auf
    die Toilette musste. Es gab aber keinerlei Haltemöglichkeit. Absolutes
    Halteverbot und überall Polizei an den Gehwegen, die für Ordnung rund ums
    Rugby sorgen sollten. Und voran ging es auch nicht. Bei der ersten
    Möglichkeit furh ich ab, nach bereits ca 10 Meilen Stau, hielt an einer
    Tankstelle, aber die hatten keine Toilette. Also weiter, ins Industriegebiet
    und zwischen Firmenmauer und Gebüsch endlich befreit... dann endlich weiter
    nach Kew, denn Twickenham war damit auch hinter mir gelassen. Dort parkte
    ich und fuhr mit der U-Bahn, bis ich durch ein Passantengespräch zufällig
    erfuhr, dass die Strecke nur teilweise befahren ist wegen Raparaturarbeiten.
    Naja, ich dachte, das sei nicht so schlimm, ich könne den Teilabschnitt ja
    mit der Circle Line fahren. Doch dann musste ich feststellen, dass die
    leider völlig außer Betrieb war. Naja, macht ja nichts, dann nehme ich halt
    einen etwas größeren Umweg mit der Jubilee Line in Kauf. Denkste. Außer
    Betrieb. Gut, zum Glück gibt es so viele U-Bahnen in London. Ich plante
    also, mit der Northern Line zu fahren und dann in die Hammersmith
    umzusteigen. Doch dann las ich: kein U-Bahnverkehr zwischen Liverpool Street
    und Barking. Es war zum Haare raufen. Ich war froh, dass ich mich auskenne
    und fand ne andere Möglichkeit, mit der Central Line. Gut, das System ist
    alt und marode, aber muss man alle Linien gleichzeitig machen? Durch den
    Stau und die Bauarbeiten war ich schon recht knapp dran und das noch
    geplante Kulturprogramm musste entfallen. Ich kam aber absolut pünktlich
    eine Stunde vor dem Spiel am Stadion an, enterte den Shop und ging fast
    rückwärts wieder raus, so voll war es dort. Dann ging ich durch die
    klaustrophobischen Turnstiles (das klingt toll) und nach oben. Dort suchte
    ich meinen Eingang zur Tribüne NU3. Die gibt es im Übrigen nicht, auch wenn
    sie auf meiner Karte stand. Ich musste den Eingang N12 oder N13 nehmen und
    direkt da war dann auch mein Platz. Oberrang, zentral hinter dem Tor. Sehr
    gute Sicht. Voll war es natürlich noch nicht. Also ging ich auch nochmal
    raus und holte mir: Cornish Pie. Diesmal fabrikgemacht und deutlich besser.
    Ich wollte nen Vergleich und hatte ihn. Das Ganze kann also auch gewürzt
    schmecken und das Gemüse darin kann man auch erkennen. Es waren Erbsen,
    Karotten und Kartoffeln. Die Cola gab es in der Plastikflasche, was mich
    sehr gewundert hat.
    Das Stadion wurde auch gut voll (32328 Zuschauer) und die Stimmung war
    richtig geil. Portsmouth war direkt unter meiner Tribüne, und die machten
    herrlich Rabatz. Von gegenüber und nebenan und um mich rum kam die Antwort.
    Es war einfach geil. Die Atmosphäre macht mir beim dran Denken noch
    Gänsehaut. Was mir am Stadion besonders gefiel ist, dass es so steil ist. Es
    sieht viel größer aus, als es eigentlich ist, da es sehr hoch ist. Natürlich
    ist es ein All-Seater.
    Das Spiel muss ich aber sagen war ein Graus. Nicht nur dass es torlos
    endete, es war auch einfach nicht gut. Zu wenig über die Flügel, zu langsam.
    Erinnerte mich schon fast an die Bundesliga. Langsam und hin und her
    schieben. Der Stimmung tat das aber keinen Abbruch.
    Nach dem Spiel beeilte ich mich, um mich an der Bahn mit Franzi zu treffen,
    die grad als Au-Pair in Cobham ist (das ist dort, wo ne Menge
    Chelsea-Spieler wohnen, deren Trainingsgelände nur paar Meter entfernt ist).
    Ich hab mir noch schnell nen Pin an einem Stand geholt und dann fast
    gerannt. Beeilen war aber nicht drin, denn alle Fußgänger, die in die
    Station wollten, wurden umgeleitet. Und zwar eine komplette Straße entlang
    und dann auf dem abgesperrten Geweg wieder zurück. An sich nicht unsinnvoll,
    nicht alle auf einmal in die relativ engen Stationen zu lassen, aber mich
    hat das 40 Minuten gekostet, die Franzi schon auf mich wartete. Wir fuhren
    dann gemeinsam Shoppen. Hatte ich zumindest vor. Ich war im World of
    Football, das gar nicht mehr so heißt, aber immer noch ne Menge Zeug hat.
    Was ich wollte, wusste ich nicht so genau. Tausendfüßlerschuhe in gelb,
    grün, blau oder so. Aber das gabs nur in normalen Farben. Ausgefallene
    Farben gab es nur mit Stollen. Die kann ich aber in der Halle nicht wirklich
    gebrauchen. Also vielleicht ein Trikot. Aber die waren alle schweineteuer.
    Also wieder raus, dann eben nicht shoppen.
    Ab nachhause, denn Ilse wartete schon mit dem Abendessen. Danach noch lange
    unterhalten und um halb Zwölf ins Bett.
    Am Sonntag fuhr ich dann nach Cobham und traf mich nochmal mit Franzi. Ich
    kaufte bei Waitrose noch schnell allerlei Zeug, denn das Geld fürs Shopping
    hatte ich ja noch in der Tasche. Tee in Massen für allerlei Freunde und
    natürlich mich selbst etc. Dann gingen wir nen Latte trinken und wollten in
    nen nahe gelegenen Park. Wir hatten noch ca eine Stunde Zeit und der Park
    soltle 6,50 Pfund Eintritt kosten. Wir entschieden uns dann dagegen und
    machten uns lieber auf in den Pub, um dort Mittag zu essen. Anschließend
    fuhr ich wieder um London rum, um über die Brücke zu kommen. Worauf ich bei
    der Hinfahrt nicht geachtet hatte: die Brücke geht nur in eine Richtung. In
    die andere handelt es sich um einen Tunnel. Also fuhr ich auch noch unter
    der Themse durch. Frühzeitig am Flughafen angekommen gab ich das Auto ab und
    checkte ein, durch die Sicherheitskontrollen und ab zum Gate. Dort hatte ich
    noch vier Stunden Zeit, aber ich liebe Flughäfen, auch wenn Stansted so blöd
    umgebaut wurde, dass man nicht mehr die ganze Bahn im Blick haben kann. Von
    meinen letzten Münzen holte ich mir ein Sandwich für Montag in der Arbeit
    und wartete. Mit etwas Verspätung wurde dann geboarded und anschließend
    gings wieder zurück im alten Airbus. Der Hinflug hat mir rein
    flugzeugtechnisch besser gefallen. Die Sicht auf dem Rückflug war aber geil.
    Nur überm kurzen Kanalstück waren Wolken. Ansonsten Lichter noch und nöcher.
    Pünktlich um 23.20 Uhr waren wir wieder in Nürnberg und ich schwang mich auf
    den Roller und fuhr nachhause.

    Ich find Meyer klasse, und sein Denkmal ist in meinen Augen unzerstörbar. Denn sein Denkmal kam durch seine Art... und die hat er immer noch. Ich liebe seine Interviews.

    Finde ich ehrlich gesagt nicht. Es gibt Spiele, da ist nur eine Mannschaft im Spiel, und dann kommt ein Konter, der sitzt. Da die andere Mannschaft ein viel besseres Spiel gezeigt hat, hätte sie den Sieg auch verdient. Nur ein Beispiel.

    8.11.08: FK Banik Sokolov - 1. HFK Olomouc (2:2)
    10.15 Uhr
    Zuschauer: unbekannt


    Um 10.15 Uhr sollte das Spiel statt finden, ich konnte erst um 8 Uhr das Auto holen. Sollte reichen, dachte ich mir. Klappte auch wunderbar, ich kam herrlich durch, war kaum Verkehr. Was ich auch dachte war "Sokolov ist klein, das Stadion am Ortsrand find ich problemlos". Das war allerdings ne Fehleinschätzung. Sokolov ist zumindest nicht so klein, wie es bei Google Earth aussieht. Trabantenstadt, hässlich und heruntergekommen. Aber was will man erwarten, im Braunkohleabbaugebiet.... Gefunden hab ich das Stadion mit Hilfe zweier Tankstellenangestellten. Beide konnten kein Wort deutsch oder englisch, und ich kann absolut kein tschechisch. Trotzdem hab ich das Stadion danach sofort gefunden.
    Den Anpfiff hab ich gehört und von Ferne gesehen. Noch außerhalb des Stadions, aber bereits in Spielfeldsichtweite. Schnell das Ticket geholt und rein ins Rund. Das Stadion gefällt, die Tribünen sind ziemlich neu gemacht. Zumindest die Sitzplätze. Die Stehplätze sind alte Steintribünen. Flutlicht gibt es nicht, die Anzeigentafel ist in ein Vereinsgebäude integriert und zeigt lediglich die Spielminute und den Spielstand an. Es handelt sich um kein reines Fußballstadion, so dass man hinter dem Tor ziemlich weit weg ist vom Spielfeld. Das wird aber ausgeglichen durch den netten Blick ans andere Ende des Stadions (zumindest wenn man auf meiner Seite steht), dort gibt es ein paar Wege auf einem großen Hügel, die als Tribüne verwendet werden.
    Ich hab mir erst mal nen netten Platz gesucht. Die Sitzplätze waren ziemlich voll, und so entschloss ich mich, mal wieder zu stehen und suchte mir nen Platz in der Kurve. Ich stand dann schräg hinter dem Tor.
    Das Spiel war nicht wirklich der Brenner. Olomouc (zu deutsch Olmütz) ging schnell in Führung. Sokolov konnte aber ausgleichen, nach einem Freistoß udn Abwehrgestocher wurde der Ball ins Netz gebracht. In der zweiten Halbzeit fiel erneut der Führungstreffer für Olomouc, ebenfalls nach Freistoß per Kopf ins lange Eck, über den Torwart. Und wieder nach Freistoß konnte Sokolov ausgleichen. Für Tore waren also Standards nötig. Das Spiel ging zwar munter hin und her, zwingend wurde es aber nicht, gefährlich nur selten. Zu harmlos waren die Angreifer, und zu wenig zielstrebig der Rest.
    Was wieder positiv hervorzuheben ist: die Stimmung. Sokolovs Tribüne war laut, supportete nahezu das ganze Spiel. Bei den Toren waren sie richtig laut, aber auch während das Spiel so plätscherte, wurde gesungen.
    Als ich Fotos vom Stadion machen wollte, stellte ich fest, dass meine Speicherkarte zuhause ist. Schon wieder. Das gleiche war mir bereits in Tschechien passiert. Ich machte zwei Fotos mit dem Handy, aber das ist ja nicht so berauschend. Durch Zufall hörte ich dann zwei junge Männer auf deutsch reden und sah, wie sie Fotos machten. Als sie an mir vorbei gingen, sprach ich sie an, mit der Bitte, mir zwei oder drei Fotos per Mail zu schicken. Ich hoffe, sie tun es :)
    Kurz vor Spielende bekam ich langsam Hunger und so genehmigte ich mir doch noch eine Klobasa. Ich muss sagen, dass das eine gute Entscheidung war, denn die Klobasa in Sokolov war noch viel besser als die in Prag. Außerdem gab es kein Papierbrötchen dazu sondern eine gute Scheibe Brot. Passt irgendwie auch besser zu der würzigen Wurst.
    Die Zuschauerzahl weiß ich leider nicht, denn ich verstehe eben kein tschechisch. Ich werde sie aber in den nächsten Tagen auf der Website nachschlagen, momentan steht da noch nichts.
    Einen Pin gab es dann auch noch, und so kehrte ich gut gelaunt zu meinem nicht geklauten Auto zurück. Eigentlich denk ich über sowas nicht nach, aber Sokolov gefiel mir gar nicht und vor Allem standen da einige düstere Gestalten am Parkplatz, als ich drauf fuhr.
    Ich fuhr also wieder los, in Richtung Deutschland, wo mein zweites Spiel am heutigen Tag statt finden sollte. Tschechien hatte ich zum Glück schnell hinter mir gelassen (ich fuhr heute ohne Vignette, denn nach meiner Straßenkarte handelt es sich um eine Bundesstraße, ein Teil ist aber ausgebaut und inzwischen Autobahn, ca 20 km). In Deutschland dann ein wenig nach Süden und schon bin ich in Weiden :)


    8.11.08: SpVgg Weiden - FSV Erlangen-Bruck
    14.30 Uhr
    Zuschauer: 500


    Warum Weiden? Weiß ich eigentlich auch nicht sogenau. Also natürlich weil es eben ein Ground ist, und noch dazu einer, der nicht so weit weg ist. Also schon längst fällig war. Aber ich woltle schon lange hin. Hatte mit 12 oder 13 Jahren mal einen Fernsehbericht über ein Spiel in Weiden gesehen und seitdem wollte ich mal hin. Ich hab also ca 15 Jahre gebraucht, bis ich das geschafft habe.
    Das Stadion in Weiden war leicht zu finden, die Flutlichtmasten eindeutig. Ich war eine Stunde vor Spielbeginn schon da und ging gleich rein. Eintritt ermäßigt, ich als Frau sollte öfter in den niederen Ligen unterwegs sein. Das Programmheft gab es kostenlos dazu. Dafür schlugen sie dann beim Pin richtig zu, 5 Euronen für das Teil, das nicht mal hübsch ist. Ich habs trotzdem mitgenommen. Zusammengerechnet mit dem tschechischen waren es 6 Euro für 2 Pins, und das geht dann wieder.
    Ich genehmigte mir einen Glühwein, da ich noch lange zu stehen hatte. Wirklich kalt war es nicht, aber wer einige Stunden draußen ist, friert schon. Anzumerken wäre auch, dass ich einen Stehplatz hatte, also seit langer Zeit mal wieder zwei Spiele im Stehen verbrachte. Oder zumindest auf Stehplatzrängen, denn zwischendurch saß ich auf den Steinstufen.
    Beim FSV Erlangen-Bruck spielen zwei ehemalige Klassenkameraden von mir: Arpad Backens und Dominik vom Dorp. Meine Sympathien lagen also eher hier.
    Das Spiel begann munter und blieb so. Spielerisch war hier deutlich mehr geboten als in Tschechiens Liga 2. Der FSV ja gerade erst aufgestiegen, konnte aber mit Tabellenführer Weiden gut mithalten. So ging der FSV auch in Führung, jedoch ca 30 Sekunden später, im direkten Gegenzug nach dem Anpfiff erzielte Weiden den Ausgleich. Kurz vor der Halbzeit, als ich gerade mein Getränk holte und zum Glück halbwegs in Richtung Spielfeld blickte, fiel dann erneut der Führungstreffer für Erlangen-Bruck. Zur Halbzeit wechselte Weiden zwei mal aus, nennenswert ist hier vor Allem Kneissl, der auch dann den Ausgleich machte. Das Spiel war schnell und gut, Chancen gab es auf beiden Seiten. Zwischendurch wurde es etwas ruppig, aber immer noch im ordentlichen Rahmen. Kurz vor Ende machte Weiden dann immer mehr Druck. Es fiel das vermeintliche 3:2, wurde jedoch wegen Foul am Torhüter (ich glaube berechtigt, stand aber ziemlich am anderen Ende) nicht gegeben. Dennoch ging das Spiel 3:2 aus, denn Weiden nutzte noch eine der Chancen. Der FSV kam dann noch einmal auf, hatte einige Chancen, doch die Erlanger brachten den Ball einfach nicht im Netz unter.
    Das Ergebnis spiegelt den Spielverlauf und die Leistung meiner Meinung nach nicht wieder. Ein Unentschieden wäre gerecht gewesen. Aber was ist schon gerecht.
    Weiden hat seine Tabellenführung somit ausgebaut.
    Nach dem Spiel auf die Autobahn und die ca 100 Kilometer zurück nachhause. Ich komme zuhause an und es ist stockdunkel, wenn auch erst 17.30 Uhr.

    8.11. SpVgg Weiden - FSV Erlangen-Bruck oder Hof - SV Seligenporten
    (Würde das FC B...) gerne dazu setzen, dann wird aber daraus automatisch ein Werbelink gemacht, und ich weigere mich, sowas zu posten :)

    Wer soll denn diese Summe festlegen. Ich glaube nicht, dass so etwas realistisch ist. Denn solche Dinge bestimmen ja DFB/DFL für gewöhnlich. Und denen passt es doch ganz gut, dass da viel Geld fließt.

    Leider kann ich meinen Beitrag kein zweites Mal editieren, denn ich möchte noch etwas hinzufügen:


    Ebenfalls über die Zuschauer: bereits in der Gegend um das Stadion rum roch es immer wieder nach illegalen Substanzen. Unserer Kartenverkäuferin war klar anzusehen, dass sie bekifft ist. Und auch im Stadion wurde munter gekifft. Immer wieder zog dieser Geruch zu uns. Ich hasse ihn (den Geruch)!

    25.10.08, 17.00 Uhr: AC Sparta Praha - 1. FK Pribram 3:0 (2:0)
    Zuschauer: 5824


    Meine Planungen für dieses Wochenende sahen vor, am Samstag in Neustadt/Aisch Landesliga zu kucken und am Sonntag zur Zweiten Liga nach Ingolstadt zu fahren, die gegen Augsburg spielen sollten. Dann kamen zwei Dinge, die mir einen Strich durch die Rechnung machten. Oder sogar drei...


    Mein Bruder kam zu Besuch. Er wohnt in Wiesbaden und wir sehen uns nicht besonders oft, also war der Sonntag für die Familie reserviert. Als ich am Freitag aus der Arbeit kam erfuhr ich zusätzlich, dass Ingolstadt bereits am Freitag spielt. Das war zeitlich für mich nicht mehr machbar. Ich hatte die Spielpläne beim BFV abgerufen, weil das so schön einfach ist, alle Ligen auf einer Seite. Tja, und nicht zum ersten Mal wurde ich fehlinformiert. Der dritte Punkt, der mein Restprogramm nicht statt finden ließ, war meine Spontanität.


    Den Samstag hatte mein Bruder nämlich bereits mit Freunden verplant, dass bedeutete für mich frei. Außerdem konnte ich das Auto meiner Mutter (ich selbst habe keines) schon am Freitag spätabends mitnehmen, so dass es mir den ganzen Samstag zur Verfügung stand. Am Freitag fand dann ein Videoabend mit der Freundin statt, die auch bereits in Luxemburg dabei war. Ich hatte schon den Gedanken im Kopf, endlich meinen Länderpunkt Tschechien zu machen und sie sagte spontan zu. Also nicht ganz so spät ins Bett und morgens um 9 Uhr ins Internet gekuckt, welche Spiele denn eigentlich möglich sind. Das gefiel mir dann nicht so gut, Prag war mir eigentlich zu weit. Okay, es gibt kein zu weit, aber ich hätte etwas Näheres für diesen Tag bevorzugt. Dummerweise haben wir nicht am Abend zuvor schon ins Internet gekuckt, denn dann wäre ein Doppler locker drin gewesen, denn einige Teams spielten am Samstag um 10 Uhr und um 12.15 Uhr. Naja, dumm gelaufen, zu spät. Dann wurde entschieden, nach Burghausen zu fahren. Ich fuhr dann erst nachhause, duschen, Sachen packen (Foto, Videocam, Informer, Straßenatlas). Ich druckte mir noch schnell ne Wegbeschreibung aus und sah auf die Kilometerzahl. 270. Prag: 310. Auf dem Weg jene Freundin abzuholen entscheid ich dann spontan, dass man dann auch gleich nach Prag fahren könne. Gedacht, getan.


    Die Fahrt verlief wunderbar, mit einem kleinen Stolperer. Vignette? In Tschechien? Dummerweise vorher nicht informiert und erst an der Grenze auf dem Schild gesehen. Das heißt, ich musste an der Tankstelle Geld wechseln und die Vignette kaufen. Kein besonders guter Kurs, aber wenigstens vor Strafe sicher.


    In Prag angekommen war auch gleich an einer Autobahnausfahrt die Arena angeschrieben. Ich freute mich und fuhr ab. Doch dann irgendwann sah ich nur noch Werbeschilder und befürchtete schon, ein Stadionschild übersehen zu haben und wenden zu müssen, dann tauchte doch wieder eines auf. Von da an hielt ich es so, immer geradeaus zu fahren, so lange kein Schild kam. Und ich fuhr lange geradeaus, SEHR lange.


    Wir waren viel zu früh am Stadion, die Kassen öffneten aber 3 Stunden vor Spielbeginn, also parkten wir gegenüber auf dem bewachten Parkplatz und holten unsere Tickets im Oberrang an der Seitenlinie, fast in der Mitte. Gekostet hat das Ganze 180 Kronen.


    Anschließend liefen wir noch ein wenig durch die Gegend, die zum Teil sehr schön, aber auch sehr herunter gekommen war. Die Häuser mit eigentlich schönen Ornamenten waren sehr verdreckt. Nah am Stadion fanden wir einen Park, liefen durch und kamen dann bei der russischen Botschaft raus. Alles voller Kameras...


    Dann machten wir uns wieder auf dem Weg zum Stadion. Der Fanshop war leider geschlossen, doch ich erwartete, dass es innen einen Stand gab. Im Stadion herrschte bereits rege Betriebsamkeit, obwohl alle Tore noch geschlossen waren. Dort gibt es zig Stände mit Massen an Mitarbeitern, die vorher alles aufbauten.


    Als dann geöffnet wurde, sahen wir, dass am Eingang nur Männer abtasten. Sehr praktisch, hatte ich doch meine Videocam (sie ist sehr klein) in meiner Hose versteckt. War auch kein Problem, lediglich in meine Jackentaschen und meine Kapuze wurde gekuckt. Wir gingen zuerst zu unserem Platz.


    HORROR!!! Ich habe Höhenangst. Wir saßen in der zweiten Reihe und es ging direkt senkrecht nach unten. Nun, ich setzte mich hin und mir war schwindlig. Ich kann mich an solche Dinge gewöhnen, doch es dauert lange. Wir hatten noch viel Zeit, doch wir verließen erst noch einmal den Block, die Gastro musste ja getestet werden.


    Popcorn... Was will ich mit Popcorn? MacDonalds? Muss nicht sein. Immerhin gab es auch eine Wurst. Es handelt sich um eine recht würzige Mettwurst vom Grill im Brötchen. Für das Menü inklusive Cola zahlte ich 80 Kronen. Die Wurst war sehr gut, zwar etwas fettig, aber geschmacklich sehr gut. Das Brötchen allerdings nicht so der Bringer. Stell dir vor, wie aufgeweichtes Papier schmeckt und du hast mein Brötchen im Mund.


    Anschließend ging es noch zum Fanstand, wo ich einen Pin erstand. Der war mit 50 Kronen (ca 2,50 Euro) deutlich billiger als in den meisten Stadien, wo ich zuletzt war. Mal abgesehen von Luxemburg, wo es keine gab.


    Somit war alles Nötige erledigt und wir gingen wieder auf unsere Plätze. Nach und nach gewöhnte ich mich daran und als das Spiel dann beginnen sollte, war es kein Problem mehr, nach unten aufs Feld zu blicken. So ging es mir beispielsweise auch schon in Kaiserslautern.


    Ich habe oft das Glück, neben totalen Vollidioten zu sitzen. Diesmal hatte ich insofern Glück, dass sowohl rechts als auch links von uns je ein Platz frei war. Auf dem übernächsten Platz saß jedoch so Jemand. Ungekämmt, ungewaschen (nicht nur ein oder zwei Tage, man roch ihn schon aus deutlicher Entfernung). Klettverschlussschuhe, und nicht mal die konnte er richtig schließen. Okay, man soll Leute nicht nach dem Äußeren beurteilen, und das alleine wäre auch zu überleben gewesen. Dieser Typ jedoch starrte bereits vor dem Spiel bereits ca 30 Minuten meine Mitfahrerin und mich an. Nicht aus dem Blickwinkel oder so. Nein, Kopf zu uns gedreht und ständig musternd. Wie ich so etwas hasse.... Naja, ich hoffte, dass es mit Spielbeginn besser werden würde.


    Wurde es auch, aber nur, weil ich dann etwas hatte, worauf ich mich konzentrieren konnte. Immer wenn ich durch das Spielgeschehen so halbwegs in seine Richtung kucken musste, starrte er mich an. Ich bin nicht sicher, wieviel er vom Spiel mitbekommen hatte. Da es recht kalt war, hatte er einen warmen Pullover dabei. Den legte er auf den Stuhl zwischen uns. Ständig zupfte er an ihm herum und fingerte mich mehrfach dabei an. Klar, im Stadion ist es eng, und dass sich Menschen da mal berühren ist normal, aber nicht, wenn ein Platz dazwischen frei ist, oder? Später hat er dann noch vier Mal versucht, den Pulli über meine Beine zu legen, damit ich nicht friere und sich mit mir auf tschechisch zu unterhalten. Nun, ich spreche kein Tschechisch und hab ihm das auf deutsch gesagt. Wenigstens hat er dann nicht mehr versucht, mit mir zu reden. Den Pulli habe ich freundlich aber bestimmt jedes Mal abgewiesen und so ungefähr Mitte der zweiten Halbzeit hatte ich dann auch meine Ruhe. Er hatte es dann auf eine junge Frau vor uns abgesehen, die mit ihrem Freund da war und sich ebenso verhielt wie ich. Als Jemand aus der Reihe hinter ihm für ein paar Sekunden mit ihm ins Gespräch kam (über das Spielgeschehen, das war der Gestik und der Situation zu entnehmen), strahlte er wie ein Schneekönig. Echt bemitleidenswert. Es wirkte, als habe er keinerlei soziale Kontakte in seinem täglichen Leben und gehe nur deswegen ins Stadion. Aber warum sitzen solche Leute immer neben mir, nur weil ich einen sozialen Beruf habe? :gruebel:


    Nun, trotz aller Annäherungsversuche blieb ich hart und konzentrierte mich auf das Spiel, welches ein sehr munteres war. In der ersten Halbzeit ging es kräftig hin und her. Sparta bekam sehr früh einen Elfmeter zugesprochen, der dann auch im Tor landete, wenn auch knapp. Pfosteninnenseite und rein das Ding.
    Direkt vor der Halbzeit fiel dann das 2:0 nach bereits einigen netten Torchancen. Bei Sparta ging viel über die linke Seite, das war vielleicht das größte Manko des Spiels an diesem Tag, dass sie den Platz auf der rechten Bahn zu wenig nutzten. Dennoch erarbeiteten sie sich viele Möglichkeiten, besonders auffällig war Martin Zeman. Der rannte die Linie rauf und runter und war immer anspielbereit, nur manchmal zu ungenau mit seinen Flanken.
    In der zweiten Halbzeit wurde Pribram eindeutig schwächer, es spielte eigentlich nur noch Sparta. In der ersten Hälfte kam Pribram wenigstens noch in die Nähe des Tores, was in der zweiten Hälfte erst ganz am Ende noch zwei Mal passierte, als Sparta bereits 3:0 führte (Vacek hatte in der 56. Minute getroffen, ein schönes Tor nach schnellem direktem Spielzug) und drauf und dran war, ein viertes Mal einzunetzen. Lediglich die Chancenverwertung war nicht gut genug für weitere Tore. Möglichkeiten hatten sie allemal. Spätestens ab der 70. Minute war von Pribram nichts mehr zu sehen, nur noch Sparta am Ball, nur noch in Richtung des Pribramer Tores. Wie gesagt, erst ganz am Ende kurz vor dem Abpfiff konnte Pribram noch zwei Mal vor dem Tor auftauchen, aber trotz Blazek-Fehler kein Tor machen(wie wir das aus dem Bundesligajahr kennen: Im Fallen den Ball gefangen, aber wieder losgelassen und versehentlich mit dem Fuß unkontrolliert wieder ins Spiel gebracht).


    Was den Support angeht...
    Pribram brachte zwei große Banner mit und eine Gruppe von 25 bis 30 Mann. In der ersten Halbzeit skandierten sie noch recht nett, als dann die Überlegenheit Spartas zu deutlich war, hörte man aus dem Eck fast nichts mehr.
    Spartas supportender Block befindet sich im Oberrang. Es war ca ein Block, der auch voll war. Wieviele Menschen da standen... ich habe keine Ahnung. 300? Ich kann doch so etwas nicht schätzen. Sie waren eigentlich durchgehend am Singen und Schreien, ab und zu bezogen sie auch die Tribüne an der Seitenlinie mit ein. Der Fanblock schrie Sparta, der Block antwortete mit Praha, was für ungeübte Ohren klang wie "Bla". "Bla" wurde dann zu unserem Wort des Tages. Wirklich laut waren sie nicht immer, aber dennoch durchgehend am Werk. Nach dem ersten Tor flog blauer Rauch aufs Spielfeld, allerdings nur ein einziges Teil, das so schnell wieder gelöscht war, dass ich es nicht einmal geschafft hatte, das zu filmen. Auf dem Rasen blieb für den Rest des Spiels ein blauer Fleck.


    Das Stadion werde ich jetzt nicht groß beschreiben, ich hänge einfach Bilder an. Anzumerken wäre nur kurz, dass es sich um einen All-Seater handelt.


    Auch noch anzumerken wäre vielleicht, dass mein Auto nicht das einzige mit deutschem Kennzeichen war und auch im Stadion am Eingang und an den Bierständen einige Deutsche vertreten waren. So werte Herren, wer war denn noch alles bei diesem Spiel?!


    Nach dem Spiel ging es wieder nachhause. Wir fanden gut aus Prag raus, waren genau auf dem Weg, auf dem wir hergekommen sind. Und dann: die Autobahnauffahrt ist gesperrt. NEEEEIN! Nicht schon wieder so eine Odysee.... naja, es war halb so schlimm. Wir fuhren dann über die Landstraße in Richtung Karlsbad, machten dann wieder den Bogen in Richtung Süden über eine Landstraße in Richtung Plzen und von dort aus per Autobahn zurück. War eigentlich harmlos, wenn man mal von den Kurven der E27 in Richtung Plzen absieht. Wäre die Straße halbwegs gerade, hätte man sich mindestens zehn Kilometer gespart. Den Verlauf werd ich mir gleich bei Google Earth nochmal ansehen...